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Hannover. Der Medizinsoziologe Ramazan Salman (49),  Geschäftsführer und einer der Gründer des Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ), wird für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hannover. Der Medizinsoziologe Ramazan Salman (49), Geschäftsführer und einer der Gründer des Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ), wird für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.© Rainer Dröse

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Hilfsprojekt

Pharmageld für Migranten-Infos

Die Pharmaindsutrie zahlt viele Millionen Euro an Ärzte, Kliniken und Einrichtungen. Auch das Ethno-Medizinische Zentrum (EMZ), ein Hilfsprojekt in Hannover für Mitbürger ausländischer Herkunft mit dem Ziel, gesundheitliche Aufklärung, bekommt jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro.

Hannover. VON RALPH HÜBNER

HANNOVER. Laut der Datenbank der Rechercheorganisation „Corrective“ über geflossene Pharma-Gelder erhielt das Ethno-Medizinische Zentrum (EMZ) in Hannover vergangenes Jahr 305 685,10 Euro. Nach Recherchen der NP flossen gar mindestens 445 685,10 Euro von der Pharma-industrie. EMZ-Gründer Ramazan Salman erklärt, wofür das Geld gebraucht wird und warum es für ihn kein Problem darstellt: „Wir haben den Anspruch, unsere Projekte flächendeckend anzubieten. Das zu finanzieren, ist schwierig, wäre kaum möglich. Daher setzen wir auf Projekte mit Krankenkassen, Unternehmen und Ländern.“ Das Geld sei „immer projektbezogen“ und tauche stets in den Förderanträgen an die Länderregierungen auf.

„Gespendet“ haben das Geld zwei Unternehmen, die (noch) in Sachen Impfschutzmittel eng kooperieren: Sanofi Pasteur und MSD (Name in den USA: Merck & Co., startet 2017 die weltweit erste Ebola-Impfstoff-Produktion in Burgwedel und investiert 60 Millionen Euro). Sanofi Pasteur MSD gab nach eigenen Angaben 140 000 Euro, MSD Sharp & Dome 305 685 Euro

Laut Salman erreichte die Summe erst in den beiden vergangenen Jahren die Größenordnung von mehr als 300 000 Euro. Das EMZ, dessen Budget zwischen 700 000 und 1,5 Millionen Euro schwanke, hätte noch mehr Geld bekommen, es habe Anfragen anderer Pharmaunternehmen gegeben, etwa von Pfizer (Viagra). „Wir haben derzeit 60 Städte mit Präventions- und Integrationsprojekten, allein in Bayern sind wir in 14 Städten aktiv. Da kommen wir mit unseren 20 Mitarbeitern an eine Grenze, müssen das irgendwie einschränken“, erklärt der Vereinschef, warum Zahlungen abgelehnt worden seien. Da sich Sanofi Pasteur und MSD gerade trennten, werde das EMZ sich wohl anderen Gebern öffnen.

Maximal ein Drittel der Projekte würde mit Mitteln von Krankenkassen und Unternehmen gefördert. Für das laufende Bayern-Projekt in 14 Städten etwa kämen 200 000 Euro vom Land, die restlichen 90 000 Euro von Krankenkassen und als Pharmaspende.

Salman versichert, dass die Pharma-Geldgeber keinen Einfluss auf die Projekte haben, nicht Werbung betrieben oder gar Stände bei Veranstaltungen aufstellen dürften. Ihre Namen tauchten ausschließlich als Unterstützer der Info-Schriften auf - Firmenlogos auf der Titelseite der Broschüren soll es bald nicht mehr geben. „Die wollen nichts bestimmen, denen genügen das gute Umfeld und das gute Image, das sie durch uns erhalten“, sagt Salman, „und ich glaube, sie lernen mittlerweile viel über den Kunden Migrant.“


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