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Symbolfoto: Ausbilder bei der Polizeiakademie Niedersachsen.

Ausbilder bei der Polizeiakademie Niedersachsen.

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Ärzte

Personalmangel beim Medizinischen Dienst der Polizei

Nur 13 von 18 Stellen sind besetzt: Der Medizinische Dienst der Polizei Niedersachsen krankt an Personalmangel – nach NP-Informationen sollen Vorgänge teilweise mehrere Monate liegenbleiben. Diagnose: Seit Jahren melden sich auf Ausschreibungen keine, zu wenige oder zu wenig qualifizierte Bewerber. Der Therapieplan der Behörde: Bezüge erhöhen, Arbeitsbedingungen verbessern, vakante Stellen neu ausschreiben.

Hannover. Theoretisch werden die 22 543 Mitarbeiter der niedersächsischen Polizei (Stand April) von 18 Medizinern an sechs Standorten verarztet. Dabei geht es nicht um medizinische Hilfe bei alltäglichen Krankheiten. Zu den Aufgaben der sogenannten Betriebsmediziner beziehungsweise der Fachärzte für Arbeitsmedizin gehören jährlich mehr als 1000 Einstellungsuntersuchungen, die Überprüfung der Polizeidiensttauglichkeit, Dienstunfalluntersuchungen, Untersuchungen von Mitgliedern der Spezialeinheiten sowie die notfallmedizinische Versorgung von Beamten bei Großeinsätzen. Die Ärzte müssen auch Schicht- und Wochenenddienste leisten.

Der Medizinische Dienst ist Teil der Zentralen Polizeidirektion (ZPD, List). Standorte sind neben Hannover Göttingen, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg. In der 75 000-Einwohner-Stadt sind beide Polizeiarztstellen der ZPD-Außenstelle unbesetzt. Das geht aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage der FDP-Landtagsfraktion an die Landesregierung hervor. Vakante Stellen gibts außerdem in Braunschweig und Oldenburg.

„Es gibt zu wenig Fachärzte auf dem Arbeitsmarkt“, kommentiert ZPD-Sprecher Karsten Wolff die Personalnot auf NP-Anfrage. Unternehmen und auch der öffentliche Dienst könnten bessere Konditionen und Arbeitsbedingungen bieten. Darum sei die Suche nach neuen Kräften für den Medizinischen Dienst der ZPD nicht einfach.

„Wir werben bundesweit“, sagt Wolff weiter und betont: „Wir wollen die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen. Ziele sind flexiblere Einsatzbereiche und Arbeitszeiten.“ Aktuell liefen Ausschreibungen, Gespräche mit Bewerbern stünden an: „Wir sind optimistisch, die Zahl der offenen Stellen reduzieren zu können.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert bereits seit Jahren, die arbeitsmedizinische Versorgung deutlich zu verbessern. Frank Jürges, GdP-Vizechef der Bezirksgruppe ZPD, sagte auf NP-Anfrage: „Mit dem aktuellen Personalengpass werden der Fachkräftemangel und die fehlende Attraktivität der Tätigkeit als Polizeiarzt deutlich. Ohne die 2014 vorgenommene Neustrukturierung, einhergehend mit der Neubesetzung der Leitung des Medizinischen Dienstes, wären die aktuellen Probleme noch größer.“

Selbst wenn alle 18 Polizeiarztstellen besetzt seien, bleibe festzustellen, dass die Arbeitsbelastung – beispielsweise in diesem Jahr die Einstellung von rund 1150 Polizisten – enorm sei und andere Arbeiten liegenbleiben müssten. Jürges weiter: „Die arbeitsmedizinische Betreuung der Beschäftigten der Polizei kann nur in einem nicht akzeptablen, viel zu geringen Umfang erfolgen.“


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