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Meine Stadt Passanten zeigen Neugierde und Distanz bei Koran-Verteilung
Hannover Meine Stadt Passanten zeigen Neugierde und Distanz bei Koran-Verteilung
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18:38 14.04.2012
Islamisten verteilen am Sonnabend in der Innenstadt von Hannover kostenlose Koran-Exemplare an Passanten. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Die Aktion sorgte schon im Vorfeld für Diskussionen. Politiker und Sicherheitsbehörden befürchten, dass radikale Salafisten die Aktion für extremistische Zwecke missbrauchen könnten. Während die Mehrzahl der Passanten in der niedersächsischen Landeshauptstadt die Verteilung lediglich beobachtete, nahmen andere die Bücher mit. "Die Bibel habe ich gelesen, den Koran noch nicht", sagte Maria Amaya (42). Sie interessiere vor allem, wo die Unterschiede zwischen den Religionen liegen.

Zwiegespalten dagegen ist Karsten Meier (45). Er nahm kein Buch an. "Einerseits bin ich dafür, dass man seinen Glauben anderen mitteilen kann", erklärte er. "Wenn nicht einmal der Zentralrat der Muslime die Salafisten akzeptiert, habe ich meine Bedenken." Es ginge schließlich darum, wie der Glauben ausgelebt werde.

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Passanten sind kritisch, aber neugierig. Die Polizei beobachtet die Aktion.

Die Polizei verfolgte die Aktion aus einigen Metern Entfernung. Zwischenzeitlich begannen die Passanten in der Fußgängerzone in kleinen Grüppchen zu diskutieren. "Solange sie nur das Buch verteilen, ist es ja in Ordnung", findet Johannes Jansen (58). "Aber was dahinter steckt, hat nichts mit Demokratie und Religionsfreiheit zu tun." Nach Angaben der Polizei blieb die Lage ruhig.

In Bremen, Nordhorn und Osnabrück ließen sich anders als geplant zunächst keine Salafisten blicken. Auch in anderen deutschen Städten bauten die Salafisten entgegen der Ankündigung keine Info-Stände auf. Laut Internet sollten in rund 30 deutschen Städten Koran-Exemplare verteilt werden. (dpa)

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