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Meine Stadt Parfümerie-Promoter verdrecken Innenstadt mit Werbung
Hannover Meine Stadt Parfümerie-Promoter verdrecken Innenstadt mit Werbung
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19:32 08.10.2018
SORGT FÜR ÄRGER: Werbemüll verdreckte die City, hier vor der Markthalle. Quelle: Foto: Wilde
Hannover

Riesensauerei in der City: Eine Werbeaktion der Online-Parfümerie Flaconi hat am Sonnabend zu einer großflächigen Vermüllung im Innenstadtbereich geführt. An vielen Stellen wie etwa vor der Oper, dem Hauptbahnhof, der Markthalle oder dem Rathaus stapelten sich kleine, rosafarbene Kartons, Gutscheine flatterten umher und setzten sich auf Bänken und dem Pflaster fest.

Entsorger Aha musste in der City Sondereinsätze fahren. „Obwohl unserer Reinigungskräfte eigentlich früh fertig sind, mussten wir alle Kehrmaschinen noch mal los schicken“, sagte Aha-Sprecher Stefan Altmeyer auf Anfrage. Und damit nicht genug: „Am Nachmittag waren noch Kollegen zu Fuß und mit Besen unterwegs. Die Gutscheinkärtchen ließen sich nur schwer aufklauben, mit Kehrmaschinen gar nicht.“

Der zuständige Aha-Mitarbeiter sei gegen 9.30 Uhr über die Vermüllung informiert worden. Er sei sofort losgefahren, um sich das anzusehen. In der Bahnhofstraße sei er auf die Promoterinnen gestoßen, die großzügig Werbeboxen abstellten und mit Gutscheinen um sich warfen. Er habe sie angesprochen und aufgefordert, das zu unterlassen, so Altmeyer. Die Promoterinnen hätten darauf nicht reagiert.

Aha-Mitarbeiter informieren Polizei

Der Aha-Mitarbeiter habe sich daraufhin an die Polizei gewandt, die zugesichert habe, sich das Ganze anzusehen und gegebenenfalls Personalien aufzunehmen. „Wenn jemand dingfest gemacht worden sein sollte, werden wir uns da sicher noch mal dranhängen“, so Altmeyer. Immerhin sei Aha ein erheblicher Mehraufwand entstanden – und damit auch Kosten. Doch sind die Werberinnen bislang unbekannt geblieben. „Die Kollegen sind im Rahmen ihrer Streifentätigkeit dem Hinweis von Aha nachgegangen“, erklärte Polizeisprecherin Martina Stern, „haben die beiden Frauen aber nicht mehr angetroffen.“

Auch die Stadtverwaltung reagierte verärgert: „Eine solche Vermüllung aus Werbezwecken ohne Beachtung entsprechender Hinweise, und offenbar ohne Nachhaltigkeitsaspekte der Entsorgung zu betrachten, entspricht nicht der verantwortungsvollen und zulässigen Nutzung des öffentlichen Raumes“, so Sprecherin Ulrike Serbent. „Nach unseren Informationen prüft Aha zur Zeit noch die Inanspruchnahme des Verursachers für die entstandenen, zusätzlichen Reinigungskosten. Darüber hinaus kommt auch ein Bußgeld in Betracht. Die Stadtverwaltung begrüßt diese Maßnahmen ausdrücklich.“ Von dem Unternehmen war bislang noch keine Stellungnahme zu erhalten.

Von Andreas Krasselt

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