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IDYLL OHNE ZUKUNFT: Dieses Hafenbecken in Misburg möchte Günter Papenburg gern auffüllen und anders nutzen.

IDYLL OHNE ZUKUNFT: Dieses Hafenbecken in Misburg möchte Günter Papenburg gern auffüllen und anders nutzen.
© Foto: Eberstein

NATURSCHUTZ

Papenburg: Hilferuf der Naturschützer

Seit Jahren beklagen Umweltschützer die Methoden der Papenburg-Firmengruppe – er mache auf dem geschützten Boden was er will, gehe „in Wildwestmanier“ vor – und müsse für gar nichts büßen. Jetzt wendet sich der BUND mit einer langen Klageschrift an das Stadtparlament von Hannover und fordert Sanktionen.

HANNOVER. Der BUND hat die Nase voll und wendet sich jetzt an die Stadtpolitik: Die Naturschützer beklagen, dass die Unternehmensgruppe von Günter Papenburg im Stadtteil Misburg ständig gegen „Baurecht, Naturschutzrecht oder Waldrecht“ verstoße – und die Stadtverwaltung nicht entsprechend reagiere.

Das Gebiet um die ehemaligen Mergelgruben ist auf dem Papier: Dauerkleingarten- oder private Grünfläche, geschützter Landschaftsbestandteil, Teil des EU-Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. In der Realität sieht es aus Sicht der Naturschützer auf dem Boden der zu Papenburg gehörenden Firma Noris Entsorgung so aus: Schuttablagerung, Schmutzwasser, planierter Lebensraum streng geschützter Zauneidechsen, gerodete Ufer, zerstörte Baumgruppen und Biotope. Papenburg habe nie Ausgleichsmaßnahmen leisten oder die zerstörten Werte wiederherstellen müssen. Auch die Nutzung als Betriebsfläche wurde nicht untersagt – und schon gar nicht seien Bußgelder verhängt worden. Dies alles wird in einem 26-seitigen Schreiben des BUND ge­schildert und mit Bildern untermauert.

Georg Wilhelm (61), BUND-Vize in der Region, sieht im Verhalten der Verwaltung „das Signal an Papenburg ,Ich kann kaputtmachen, was ich will, mir passiert nichts – ich muss auch keine Ersatzpflanzungen machen wie andere’“. Besonders stößt ihm auf, dass die Stadt in drei Fällen begonnen habe, nachträglich das Baurecht zu ändern „und so Papenburgs Verhalten zu legalisieren“. Das bringt der BUND mit einer von der Stadt gewünschten Umgehungsstraße durch das Ge­biet – mithin über papenburgschen Grund – in Verbindung. Diese Taktik sei „sehr geschickt“ von dem Unternehmer. Wilhelm: „Jetzt wenden wir uns an die Politik, in der Hoffnung, dass sie die Verwaltung bewegt, endlich ihre Pflicht zu tun!“

Die Stadt weist den Vorwurf der Untätigkeit zurück: In zwei Fällen werde das Bauplanungsverfahren vorbereitet – und so lange werde die Nutzung der Grünflächen geduldet. Laut BUND nahm das Verfahren allerdings schon 1999 seinen Anfang.

In einem anderen Fall seien vom Grundeigentümer Bauanträge eingefordert worden – die lägen noch nicht vor, deswegen prüfe man jetzt „die zwangsweise Durchsetzung der Anordnung“. In einem Baumfällfall sei nichts nachzuweisen, in einem andern Fall sei die Region zuständig, da es sich um „Waldrecht“ handele.

Für die Anlage eines Walles und eines Parkplatzes habe es keine Genehmigung gegeben – da habe man Bauanträge eingefordert, es laufe die Anhörung. Die Nutzung der Fläche als Parkplatz habe man untersagt. Und im Fall des Zauneidechsengeländes will die Stadt „unverzüglich den Sachverhalt klären“ und gegebenenfalls ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

Die Papenburg-Gruppe äußerte sich gestern nicht. Auch die Region bezog zu­nächst keine Stellung.

Von RALPH HÜBNER


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