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Meine Stadt Traum zerplatzt: Paar aus Hannover steckt in Ägypten fest
Hannover Meine Stadt Traum zerplatzt: Paar aus Hannover steckt in Ägypten fest
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00:20 27.10.2018
Ingo Blanke und seine Lebensgefährtin Paichaya Nathoen sind in Hurghada gestrandet. Quelle: privat
Hurghada

Weißer Sandstrand, blaues Wasser – die Küste der Andaman See in Thailand ist eine märchenhafte Landschaft. Genau dorthin wollten der Hannoveraner Ingo Blanke und seine thailändische Lebensgefährtin Paichaya Nathoen (36) mit ihrem Katamaran auswandern. Doch aus dem Lebenstraum ist ein Albtraum geworden. Das Paar hängt in der ägyptischen Küstenstadt Hurghada fest und steht im wahrsten Sinne vor einem Trümmerhaufen. Denn das Boot, in das die beiden ihre ganzen Ersparnisse investiert haben, ist nach einem folgenschweren Unfall ein Totalschaden. „Wir haben nur noch 100 Euro, die Lage ist hoffnungslos“, sagt der 45-Jährige. Im Internet sammeln Freunde und Bekannte nun Spenden, damit der Traum vielleicht doch noch in Erfüllung gehen kann. (https://www.paypal.com/pools/c/88mP5igKtz?fbclid=IwAR1Ea4WvDRWGcD2436POaa_5wthFDKdVaN2SZgrsLyz6_Sf-w7K8ICZcNOw)

„Mango One“ läuft auf Riff auf

Blanke arbeitete in Hannover als Serviceleiter unter anderem in der Staatsoper und im Staatstheater. Sein Leben in Deutschland gab er auf, verkaufte sein Haus in Gestorf und investierte sein Geld in den Katamaran „Mango One“. 150.000 Euro haben er und seine Verlobte gezahlt. Das Ziel: Krabi an der Westküste Thailands. Dort wollte das Paar „nachhaltige Reisen“ für Touristen anbieten. Zudem planten sie verschiedene Projekte für den Umwelt- und Tierschutz und gegen den Plastikmüll in den Meeren.

Das Ziel: Die Küste der Andaman See in Thailand. Quelle: privat

Am 12. September stachen sie mit ihrem mit Boot in Kusadasi an der türkischen Ägäisküste in See. Von dort segelten sie über Zypern und Israel nach Ägypten. Durch den Suezkanal ging es ins Rote Meer. Dort passierte es: In der Nacht des 1. Oktobers lief die „Mango One“ auf ein Riff auf. „30 Meter weiter rechts und wir wären vorbeigekommen“, sagt Blanke. Doch an diesem Abend kam alles auf einmal: Die Strömung änderte ihre Richtung, es kam plötzlich starker Wind auf, das GPS fiel aus und eine vor der Gefahrenstelle warnende Tonne im Wasser war unbeleuchtet.

„Ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen“

„Das wäre aber alles nicht so schlimm gewesen, wäre die Rettungsaktion nicht schief gelaufen“, erklärte Blanke. Beim Abschleppen geriet die Leine des Katamarans in die Schraube des Marine-Schleppers. Die „Mango One“ wurde dabei quasi aufgewickelt und donnerte mit dem Bug in den Schlepper. „Es hätte beinahe Tote gegeben“, sagte Blanke. Zwei Personen der ägyptischen Marine verletzten sich dabei, der Einsatzleiter überlebte nur knapp und ist noch im Krankenhaus. Das Boot ist ein Trümmerhaufen: Der Rumpf zerstört, der Mast abgebrochen, etwa 400 Liter Wasser seien pro Stunde ins Innere geflossen.

Der Hannoveraner Ingo Blanke und seine Freundin stecken in Hurghada fest.

Seitdem liegt der lädierte Katamaran im Hafen der ägyptischen Küstenstadt. „Hurghada hört sich toll an, doch wenn man kein Geld mehr hat, macht Ägypten keinen Spaß mehr“, stellt Blanke klar. Er schätzt die Reparaturkosten auf 35.000 Euro. „Ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen“, sagt Blanke. Die Versicherung zahle nicht, da sie vier Orte auf der Welt vom Schutz ausgenommen habe – und genau darunter falle auch das nördliche Rote Meer.

Plan B für den Notfall

Blanke lebt zusammen mit seiner Lebensgefährtin und seiner Katze in einer Wohnung. Derzeit haben sie weniger als fünf Euro am Tag zur Verfügung. Die einzige Hoffnung sind die Spenden von Freunden. Über die verschiedenen Kanäle sind bereits rund 3300 Euro zusammengekommen, das wird aber nicht reichen. „Wir hoffen, dass uns möglichst viele Menschen mit kleinen Spenden über fünf Euro unterstützen. Es muss doch irgendwie möglich sein, damit 6000 Leute zu erreichen“, sagt Blanke.

Gibt es noch einen Plan B? „Ja“, sagt Blanke, „aber nur im absoluten Notfall.“ Zwei befreundete Paare überlegen, ob sie mit ihrem Boot in das Projekt einsteigen. Die Überbleibsel des Katamaran würden Blanke und seine Freundin dann verkaufen. Nach Deutschland zurückzukehren, kommt für Blanke nicht in Frage. „Das ist sehr weit weg.“ Der Traum von Thailand, er lebt noch.

Von Sascha Priesemann

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