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VERURTEILT: Nurettin B. auf dem Gang in den Schwurgerichtssaal.

VERURTEILT: Nurettin B. auf dem Gang in den Schwurgerichtssaal.
© Foto: Wilde

Prozess

Opfer fordert Goldschmuck

Nurettin B. (39) wurde wegen seiner Schleifattacke in Hameln zu 14 Jahren Haft verurteilt. Nun fordert das Opfer, seine Ex-Frau (28), die Ausstuer zurück. Es geht um Goldschmuck im Wert von 20 600 Euro. Doch nicht mal die Polizei konnte bei einer Hausdurchsuchung die Ringe, Ketten und Armbänder finden.

hannover. Wo ist der Goldschmuck? Mit dieser Frage muss sich Richterin Dorothea Wevell v. Krüger beschäftigen. Klägerin ist eine 28-jährige Kurdin. Sie will die Mitgift von ihrem Ex-Mann Nurettin B. (39) wiederhaben.

B. war am Mittwoch, 31. Mai, zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seine schwer verletzte Ex am 20. November 2016 an einem Seil mit seinem Auto durch Hameln geschleift. Das war der tragische Höhepunkt eines jahrelangen Rosenkriegs um Unterhalt und verletzte Ehre. Nurettin B. wollte keinen Unterhalt für seine Ex-Frau zahlen. Beides haben einen dreijährigen Sohn. Er musste das Verbrechen an seiner Mutter mit ansehen.

Im Prozess vor der Schwurgerichtskammer leistete B. 137 000 Euro Schadensersatz. Er überließ ihr sein Haus in Eimbeckhausen (Kreis Hameln) und auch sein Auto. Diese Entschädigung bewahrte ihn vor einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe.

Der Anwalt von B., Bastian Quilitz, meinte gestern im Landgericht: „Er besitzt keinen Cent mehr.“ Er sei auch nicht im Besitz des Goldschmucks. Die Polizei konnte bei einer Hausdurchsuchung die Wertgegenstände nicht finden.

Die Klägerin klagt auf Herausgabe von Ringen, Ketten und Armbändern. Wert: 20 600 Euro. Diese „Morgengabe“ hatte sie bei der Hochzeit im März 2013 nach islamischen Recht erhalten. Als sie im Mai 2014 Nurettin B. verlassen habe, habe sie die Aussteuer zurücklassen müssen, sagte sie im Schwurgerichtsprozess aus. Danach habe er sich geweigert, den Schmuck herzugeben. Gestern war sie nicht im Landgericht. Ihre Anwältin wollte keine weitere Stellungnahme abgeben.

Die Aussteuer steht nach islamischem Recht der Frau zu, falls die Ehe scheitert. Somit soll verhindert werden, dass sie mittellos dasteht. Deutsche Gerichte haben diese Rechtsauffassung übernommen. Die „Morgengabe“ gilt als symbolischer Ausgleich, dafür dass die Frau ihre Unschuld verliert.

Nach Ansicht von Anwalt Quilitz fehlt es an der Klage an Substanz. „Es gibt keine Beschreibung des Schmucks.“ Es fehle auch an Belegen für den Kauf des Schmucks oder Zeugenaussagen. Laut der Ex-Frau bewahrt Nurettin B. den Schmuck in einem Tresor auf. Aber ist das wirklich so? In seinem Abschiedsbrief schrieb er: „Mein Gold ist weg.“ Diesen Brief fand die Polizei in seinem Auto nach der Schleifattacke. Am 20. November 2016 habe er sich das Leben nehmen wollen, sagte der Angeklagte im Prozess.

Von thomas nagel


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