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Gesellschaft

Opernball Hannover: Eine Welt im Dreivierteltakt

 Sissi, Schönbrunn und das Prater-Riesenrad – mehr Wien als in diesem Jahr auf dem Opernball in Hannover geht nicht. 2200 Besucher tanzten bis spät in den Nacht. Und Samstag geht es noch mal im Dreivierteltakt weiter.

Hannover. Was soll man eigentlich noch zum Wiener Opernball fahren – mehr Wien als diesmal in Hannover geht einfach nicht. Und die Gäste sind ohnehin netter. Gestern Abend ist die erste Hälfte von Hannovers Opernball über die Bühne gegangen. „Hallo, Wien!“ lautet in diesem Jahr das Motto des gesellschaftlichen Highlights.

Das Opernhaus hat sich in ein Ideal-Wien verwandelt, was die Bühnenbildner geschaffen haben, ist fabelhaft. Sissi ist da, Schloss Schönbrunn, der Naschmarkt, das Prater-Riesenrad. Getanzt wird auf dem Parkett vom Belvedere. 2200 Wahl-Wiener  feiern eine Welt im Dreivierteltakt.

Musikalisch ist der Abend natürlich ein Selbstgänger. Los geht die Opening-Show mit einen kräftigen Schuss Operette, das Staatsorchester spielt unter Mark Rohde  (40) mit dem nötigen Schmäh die Ouvertüre zur „Schönen Galathée“ von Franz von Suppé.

Ganz viel Wien hat Videoartist Thilo Nass in seinem filmischen Opening zusammengemixt, Sissi mit dem „Dritten Mann“ multipliziert. Und wer das noch vertiefen will, kann sich in der Bar einfinden, die dem Film gewidmet ist.

In einer fein zusammengestellten Eröffnungsshow schwelgt Ania Vegry als launische Gräfin Mariza, Ylva Stenberg und Pawel Brozek macht die Heiterkeit von Richard Heubergers Wiener Operette wieder lebendig. Wien, du hast es gut.

Stilvoll dann der Auftritt der Debütanten und Debütantinnen, wie man ihn auch in Wien nicht besser hinbekommt, zu den Klängen der „Anna-Polka“ von Johann Strauß – einstudiert von der Tanzschule Bothe. Danach eröffnet Opernintendant Michael Klügl (62) das Ballgetöse: „Alles Walzer!“

Wien, Wien, nur du allein. Das zieht sich durchs ganze Haus. Einen mächtigen Wow-Effekt macht im oberen Foyer das auf mehrere Meter ausgedehnte legendäre Klimt-Gemälde „Der Kuss“ mit viel Altgold und Liebe zum Detail auf Größe ge­bracht. Links der Bühne sieht man sich dank wandgroßer Fotos in den Wiener Weinbergen und durch entsprechende Möblierung in einer Heurigen-Schenke.

Wer es etwas prächtiger  braucht, gegenüber liegt Schloss Schönbrunn, etwas gesetzter, dafür gibt es „Alt Wien“. Und wer es ein bisserl jünger und heißer haben will, findet sich im 1. Rang ein, wo es passenderweise mit DJ  „Rock me Amadeus“ heißt: Mozart trifft Falco, auch das ist Wien.

Der Mitternachtsshow gibt Conchita Wurst Glanz und Gloria – begleitet vom Staatsorchester. Mit einem   „Küss die Hand“ geht’s dann zu später Stunde mit einer stilvollen Audi-Droscke zurück von Wien nach Hannover.

Samstag stieg die zweite Nacht in Wien.


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