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Meine Stadt Özkan wirbt bei Moscheegemeinden für Integration
Hannover Meine Stadt Özkan wirbt bei Moscheegemeinden für Integration
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14:13 19.08.2010
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Deutschlands erste türkischstämmige Ministerin Aygül Özkan (CDU) wird von der muslimischen Gemeinschaft bei der Ramadan-Feier in Hannover am Mittwochabend mit offenen Armen empfangen. Niedersachsens Vorreiterrolle bei der Ausbildung von Imamen an staatlichen Hochschulen stößt beim Landesverband der Muslime auf Zustimmung - auch wenn das staatliche Bemühen um den Islam kritisch beäugt wird.

Falls Deutschland ohne Absprache mit den Moscheegemeinden Hochschullehrer und Inhalte der Imamausbildung bestimme, schaffe es einen Staatsislam mit dem Ziel, die theologische Deutungshoheit zu übernehmen und den Islam neu zu definieren, warnt der Vorsitzende des Landesverbandes, Avni Altiner, in der „Islamischen Zeitung“. Auf eine Anstellung in der Moschee könnten solche Imame dann nicht hoffen. In Niedersachsen aber lasse der lange Dialog auf verlässliche Absprachen mit dem Land hoffen, meint Altiner.

„In Niedersachsen sind wir jedenfalls nach den bisherigen Erfolg versprechenden Erfahrungen mit der Politik, Verwaltung, Universität und den dortigen Hochschullehrern sehr optimistisch, dass dies am Standort Osnabrück gelingen wird.“ Dort startet vom Herbst an eine berufsbegleitende Fortbildung für Imame, ab 2012 soll ein Studiengang in islamischer Theologie beginnen. Über die Inhalte stimmte das Land sich mit den muslimischen Verbänden ab. Der Andrang auf die Weiterbildung ist enorm - für die 20 Plätze hätten sich 80 Interessenten gemeldet, sagte Özkan.

Beim traditionellen Fastenbrechen lockt die Integrationsministerin als Hauptrednerin mehr Gäste als bislang zu der Feier, die erstmals statt in der Moschee in einem großen Hotel im Zentrum organisiert wird. Dort bekennt Özkan sich zu dem Fastenmonat und dem abendlichen gemeinsamen Essen. „Für mich hat das auch eine große Bedeutung im Alltagsstress, mit Familie und Freunden zusammenzukommen.“

Zugleich fordert Özkan von den muslimischen Gemeinden Unterstützung für ihren Integrationskurs - diese könnten Migranten überzeugen helfen, ihre Kinder in Kindergärten zu geben. „Ich spreche da gezielt die Gemeinden an, denn auch von den Moscheen können integrationsfördernde Impulse ausgehen.“ Voraussetzung dafür sei die Ausbildung von Imamen, die die deutsche Sprache beherrschten und das Land kennten.

Die Konfliktpunkte im zähen Ringen um islamischen Schulunterricht und Integration spricht Özkan nicht an, dabei weiß die nach einigen Anlaufpannen vorsichtige Ministerin um die Probleme. Da ist etwa die für die staatliche Seite schwierige Einstufung der muslimischen Verbände und Gemeinden sowie deren Vernetzung in teils verfassungsrechtlich bedenkliche Strukturen. So habe sie ihren Besuch bei einer Ramadan-Feier in Delmenhorst abgesagt, weil die entsprechende Moschee der islamistischen Organisation Milli Görüs nahestehe, hieß es später.

Mit der Einladung an das üppige „Iftar“-Buffet reichte die muslimische Gemeinschaft auch den anderen Religionen die Hand zu einem intensiveren Dialog. „Ihre Einladung, Ihre Gastfreundschaft empfinden wird Christen als außergewöhnliche Wertschätzung und Ausdruck gegenseitiger Toleranz“, ließ Hildesheims Bischof Norbert Trelle in einem schriftlichen Grußwort wissen. Zu der muslimischen Feier kam der Katholik aber ebensowenig wie die beiden eingeladenen Spitzenvertreter der evangelischen Landeskirche Hannovers und des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. dpa

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