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Aygül Özkan besuchte auf ihrer Informationstour auch eine Schule in Linden© Wilde

Integration

Özkan: Sprachkauderwelsch erschwert Integration

Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) sieht die Förderung der deutschen Sprache bei Kindern mit Migrationshintergrund verstärkt in den Händen der Erzieher und Lehrer.

Bei einem Besuch der Albert-Schweitzer-Schule in Hannover am Donnerstag machte die türkischstämmige 39-Jährige klar, dass gerade Eltern, die selbst schlecht Deutsch sprächen, ihre Kinder besser in der eigenen Muttersprache erziehen sollten.

Ein Kauderwelsch aus beiden Sprachen helfe den Kindern nicht weiter. In der Schule solle dann tagsüber Deutsch gesprochen werden. „Ich habe es selbst zu Hause auch so gelebt“, sagte Özkan. So könnten die Kinder beide Sprache gleichermaßen gut erlernen. Natürlich bedeute dies nicht, dass in Migrantenfamilien grundsätzlich kein Deutsch gesprochen werden sollte.

Die Politikerin forderte, die Sprachtests vor der Einschulung bundesweit zu vereinheitlichen. Bisher gebe es dort 17 verschiedene Methoden. Seit 2003 prüft Niedersachsen mit diesem Test die Deutschkenntnisse aller Kinder im Alter von viereinhalb. Auch das Alter solle auf drei Jahre gesenkt werden.

Wie wichtig Sprachkompetenz für den weiteren Ausbildungsweg ist, betonte auch der Vorsitzende der Geschäftsführung von Komatsu-Hanomag GmbH (ehemals Hanomag), Göksel Güner. „Sprache ist eines der entscheidenden Einstellungskriterien“, sagte er am Donnerstag beim Besuch der Integrationsministerin. Anonymisierte Bewerbungsverfahren für Auszubildende spielten hingegen keine Rolle. „Wir machen keine Unterschiede, ob jemand Mitarbeiterkind oder mit oder ohne Migrationshintergrund ist“, stellte Ausbildungsleiter Bernhard Labs klar.

Die Albert-Schweitzer-Grundschule und die Komatsu-Hanomag GmbH liegen im Stadtteil Hannover-Linden. Knapp ein Drittel der dort lebenden Bevölkerung hat ausländische Wurzeln. In Niedersachsen haben 16 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. dpa


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