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Meine Stadt Notaufnahme: Der rüde Umgangston nimmt zu
Hannover Meine Stadt Notaufnahme: Der rüde Umgangston nimmt zu
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09:20 16.11.2016
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Hannover

„Verbale Auseinandersetzungen mit Angehörigen und Patienten kommen vor. Auch körperliche Gewalt gibt es, wie Kratzen, Beißen, Schläge, Tritte oder Anspucken. Das aber meist nur bei Patienten mit psychiatrischen Grunderkrankungen oder nach der Einnahme von Alkohol oder Drogen“, sagt Christoph Duesberg, Leitender Oberarzt der Notaufnahme in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

„Viele wollen schnelle Hilfe haben. Und wenn sie sie nicht bekommen, wird gerne mal diskutiert“, sagt auch Bernhard Koch, Sprecher des Klinikums der Region Hannover mit 14 Krankenhäusern. Beide betonen jedoch, körperliche Übergriffe oder verbale Ausraster wie Beleidigungen seien kein Massenphänomen.

Grundsätzlich aber steige das Konfliktpotenzial mit der Zahl der Patienten, so Christoph Duesberg. Viele Patienten, die in der MHH-Notaufnahme warten, sollten gar nicht dort sein: Sie könnten ambulant behandelt werden - und sorgen stattdessen dafür, dass die Notaufnahmen überfüllt sind. „In den vergangenen vier Wochen haben wir 16 bis 18 Prozent mehr Patienten behandelt als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr“, so der Oberarzt. Im Jahr behandelt die MHH rund 60 000 Notfallpatienten, von denen über ein Drittel keine Notfälle gewesen seien.

Duesberg: „Viele sehen die Notfallaufnahme als Facharztersatz und können dann nicht akzeptieren, dass sie warten müssen, wenn ihnen ein tatsächlicher Notfall vorgezogen wird.“ Diese überzogene Erwartungshaltung habe deutlich zugenommen.

Das Friederikenstift von Diakovere unterhält ebenfalls eine Notaufnahme. „Der Unmut der Patienten hat spürbar zugenommen. Grund ist die häufig lange Wartezeit“, sagt Diakovere-Sprecher Achim Balkhoff. Seit etwa sechs Monaten hat das Friederikenstift einen Sicherheitsdienst - um Mitarbeiter vor Übergriffen zu schützen. Auch die MHH greift auf so einen Dienst zurück.

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