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Zweiter Großbrand: Im Juni 2016 gingen in Eldagsen zwölf Busse in Flammen auf.

Zweiter Großbrand: Im Juni 2016 gingen in Eldagsen zwölf Busse in Flammen auf.
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Güteverhandlung scheitert

Noch kein Frieden bei Regiobus

Schon wieder eine Verhandlungen in Sachen Regiobus vor dem Arbeitsgericht. Nach drei Kündigungen und vier Versetzungsanträgen gab es eine Abmahnung. Die Güteverhandlung ist gescheitert.

Hannover. Die letzten Jahre bis zum Ruhestand hat sich Wilhelm Strathe (Name geändert) garantiert anders vorgestellt. Aber wie so vieles löste sich sein Wunsch durch den Großbrand auf dem Regiobus-Betriebshof im Springer Ortsteil Eldagsen in Rauch auf. Der Endfünfziger sollte noch mal all seine Kraft in die Neubau-Planung stecken. Das macht ihm zu schaffen – und dem Arbeitsgericht Hannover.

Bei Richter Axel von der Straten bedarf inzwischen keine Seite langer Vorrede. Weil sich Klagen gegen den kommunalen Verkehrsanbieter häufen (NP berichtete) ist er bestens im Thema. Angefangen bei der großen Feuerkatastrophe, die am 2. Weihnachtstag 2014 eine große Halle, 25 Busse und mehrere Autos zerstörte.

Eldagsen ist der größte Betriebshof der Regiobus mit 160 Mitarbeitern und 70 Bussen. Einer dieser Mitarbeiter ist Strathe, und zu seinem Job gehört die Planung von Bauprojekten. Im März bekam er den Auftrag, IT-Fachleute einzubinden, um den Neubau technologisch auf den gewünschten Stand zu bringen. Angeblich, so der Vorwurf der Regiobus-Geschäftsführung, sei außer einem Telefongespräch nichts oder jedenfalls nicht genug passiert.

Strathe erhielt eine Abmahnung. Eine Premiere, denn drei Kündigungen und vier Versetzungssanträge hatte er schon vorzuweisen. Mit diesen Zahlen, Zeugen einer großen Unzufriedenheit des Arbeitgebers, hält der Regiobus-Mitarbeiter keinen Rekord. 17 Abmahnungen und drei Kündigungen gingen an einen Werkstattleiter. Auch dieser Fall war einer fürs Arbeitsgericht.

Axel von der Straten scheint es sportlich zu nehmen. Auf die Bemerkung des Regiobus-Anwalts „Sie wissen, dass es Versetzungen gibt, die streitbefangen waren“ kontert er trocken: „Wenn einer das weiß, dann ich.“ Da dürfte er schon geahnt haben, dass auch diese Verhandlung nicht mit einem Frieden endet.

Angeblich gibt es Mails, die Strathes Engagement für seinen Auftrag durchaus belegen. Problem nur: Sie sind nicht auffindbar. Für die Zukunft schlägt der Arbeitsrichter einen „Aktenplan“ vor. Über alle „relevanten Vorgänge“ sollten Vermerke gefertigt und ausgedruckt werden. Bis es so weit ist, muss offenbar das Arbeitsgericht weiter versuchen, den Streit um angeblich nicht ordentlich ausgeführte Vorgaben, Terminverschiebungen oder vielleicht auch den Streit um die nicht passende Chemie zischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern zu entschärfen.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens Regiobus hat zum Thema Kündigungen oder Abmahnungen keine Position bezogen. Schließlich geht es weniger um Arbeitsfrieden als um solide Kostendeckungsgrade. Man beobachte die Verfahren, heißt es von Mitgliedern. Regiobus-Geschäftsführer Hans-Georg Martensen genieße weiterhin das Vertrauen. Er sei kompetent und verlässlich.

Von Vera König


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