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Meine Stadt Neuer Rabbiner in Jüdischer Gemeinde
Hannover Meine Stadt Neuer Rabbiner in Jüdischer Gemeinde
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06:16 20.10.2012
IN DER SYNAGOGE: RabbinerYuriy Kadnykov. Quelle: Natalie Becker
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Hannover

Moskau, Berlin, jetzt Hannover. „Ich bin keine Person, die bestimmten Plätzen verbunden ist“, sagt Yuriy Kadnykov. Der 37-Jährige ist der neue Rabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde, Donnerstag wird er in der Synagoge an der Fuhsestraße (Leinhausen) offiziell in sein Amt eingeführt.

Nach Probezeit und Sommerferien hat er allerdings schon fast das erste Jahr in Hannover hinter sich. Die Vorsitzende Ingrid Wettberg sagt: „Er ist eine sehr gute Ergänzung und das schöne ist, dass er russischsprachig ist und somit einen sehr guten Zugang zu unseren russisch sprachigen Mitgliedern hat.“ Seine Arbeit werde sich mit der des „Senior Rabbi“ Gabor Lengyel, der aus Ungarn stammt, ergänzen, so Wettberg.

Etwa 70 Prozent der rund 700 Mitglieder stammen aus der ehemaligen Sowjetunion - Kadnykov kommt aus Evpatoria am Schwarzen Meer.

Viele der älteren Gemeindemitglieder, die vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen seien, würden sich mit der Sprache schwertun. Erst langsam werde es einfacher, Berufsausbildungen und Studienabschlüsse anerkennen zu lassen.

Der Gottesdienst ist heute dreisprachig, hebräisch, russisch und deutsch. Das werde sich aber ändern, russisch werde an Bedeutung verlieren. Die junge Generation sei in Deutschland voll integriert. Trotzdem sei es wichtig, sich auch um die Älteren zu kümmern die kein deutsch könnten. „Es gibt Gemeinden, die russisch verbieten, dass ist inakzeptabel.“

Jugendarbeit und die Begleitung des Kindergartens sind Schwerpunktaufgaben des neuen Rabbiners. Er wolle den Kindern helfen, ihr Leben als Juden zu entfalten. „Mein Ziel ist, dass einige von ihnen mal im Vorstand der Gemeinde sind oder Rabbiner werden.“

Kalnykov hat unter anderem am bekannten Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam in Jerusalem und Jüdische Studien, Religionswissenschaft und Germanistik studiert, für seine Leistungen erhielt er eine Auszeichnung des Deutschen Akademischen Austauschdientes.

Auch in Kadnykovs Familie gibt es Opfer der deutschen Vernichtungspolitik - das habe aber bei seiner Entscheidung nach Deutschland zu gehen, keine Rolle gespielt. „Der Bedarf, dass Leute kommen, die russisch sprechen, ist da“, sagt der Rabbiner - und formuliert es nochmal anders: „Im Judentum gibt es keine Zufälle - es ist so von Gottes Hand bestimmt.“

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