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SOLL UMBENANNT WERDEN: Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Bothfeld, in der die Feldjäger untergebracht sind.

SOLL UMBENANNT WERDEN: Die Emmich-Cambrai-Kaserne in Bothfeld, in der die Feldjäger untergebracht sind.
 © Foto: Surrey

Bundeswehr

Neuer Name für Emmich-Cambrai-Kaserne

Truppe will sie nach gefallenem Hauptfeldwebel benennen. General kritisiert Ministerin von der Leyen.

Hannover.  Der Skandal um den rechtsextremen Offizier Franco A. hat nun auch ganz konkrete Folgen für Hannover. Die Emmich-Cambrai-Kaserne, in der die Schule der Feldjäger untergebracht ist, steht vor der Umbenennung. Sie soll künftig den Namen „Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne“ tragen. Das jedenfalls wünschen sich die dort stationierten Soldaten.

Tobias Lagenstein, der in der Feldjäger-Truppe diente, war in seiner Funktion als Personenschützer am 28. Mai 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan getötet worden. Die in der Emmich-Cambrai-Kaserne stationierte Truppe war vor zwei Wochen befragt worden, ob sie sich eine Umbenennung des Standortes wünscht. Die Mehrheit sprach sich dafür aus und machte auch den Vorschlag, die Kaserne nach Lagenstein zu benennen, der der erste Gefallene der Feldjäger-Truppe der Bundeswehr war.

„Total begeistert“ zeigt sich Feldjäger-Kommandeur Udo Schnittker von dem Vorschlag. Weder zur Schlacht von Cambrai, der ersten Panzeroffensive der Geschichte im Ersten Weltkrieg, noch zu Otto von Emmich, der im Ersten Weltkrieg an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein soll, habe seine Truppe eine Verbindung. „Das ist nicht mehr unsere Zeit. Da ist mir Lagenstein tausendmal lieber“, betonte Schnittker am Rande eines Empfangs in der Börse, den die Bundeswehr am Mittwoch vor dem Kröpcke-Konzert ausrichtete.

Bei dieser Gelegenheit übte Schnittker auch deutliche Kritik an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Dass diese nach dem Skandal um Franco A. bei der Bundeswehr ein generelles Haltungs- und Führungsproblem ausgemacht hatte, habe ihn „erschüttert“, be­richtete der Brigadegeneral vor hochrangigen Vertretern aus Politik, Polizei, Bundeswehr und Wirtschaft.

Schnittker würdigte zwar, dass sich von der Leyen „mehrfach entschuldigt“ habe und derzeit „alles tue“, um das Bild, das von der Bundeswehr entstanden sei, wieder zu korrigieren, ob der Riss, der entstanden sei, wieder gekittet werden könne, könne er aber „nicht für jeden Soldaten sagen“.

Geradezu „gruselig“ sei gewesen, was sich nach dem Auffliegen von Franco A., der Terroranschläge unter der Identität eines Flüchtlings geplant hatte, abgespielt habe. Unter anderem waren Kasernen nach Wehrmachtsdevotionalien abgesucht worden. „Da wurden Spinde aufgebrochen. Das ist eine Straftat“, kritisierte Schnittker. Zudem seien Soldaten diffamiert und ihre Kinder in der Schule gemobbt worden. „Das haben wir nicht verdient“, so der General.

Von C. Bohnenkamp


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