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Meine Stadt Hannover: Region investiert mehr Geld in Radwege als in Straßen
Hannover Meine Stadt Hannover: Region investiert mehr Geld in Radwege als in Straßen
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09:32 14.02.2019
Wird neu gebaut: Ein Radweg zwischen Devese und Ronnenberg. Bisher hatten Radfahrer die Wahl zwischen einer Buckelpiste durch die Felder und dieser gefährlichen Hauptstraße. Der Steuerzahlerbund kritisierte das Vorhaben dennoch. Quelle: Kranz
Hannover

So viel Geld wie noch nie investiert die Region in Ausbau und Sanierung von Straßen und Radwegen, für die sie zuständig ist. 41 Vorhaben hat sie auf der Liste. Rund 25 Millionen Euro wird sie dafür ausgeben. „Das größte Bauprogramm, das wir jemals hatten“, nennt es Elke van Zadel, Leiterin des Fachbereichs Verkehr bei der Region. Und: Erstmals werde „mehr Geld in den Radverkehr investiert als in die Straßeninfrastruktur“, berichtet sie. Nämlich 13 der 25 Millionen Euro.

Das liegt auch an üppigen Fördergeldern aus dem Bundesumweltministerium. Geld gibt es zum einen für den Umbau von Ortsdurchfahrten, um die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern. Schutzstreifen sind geplant, manchmal auch Verkehrsinseln, um die Sicherheit beim Überqueren der Straßen zu erhöhen. Auf dem Programm stehen 2019 die Ortsdurchfahrten Bissendorf, Kleinburgwedel, Wettmar, Ilten, Seelze und Großgoltern. Teilweise haben die Arbeiten schon begonnen.

Elf statt ein Radweg in zwei Jahren

Zum anderen gibt der Bund Geld für den Neu- und Ausbau von Radwegen. Komplett neue Radwege sind zwischen Neuwarmbüchen und Thönse, Thönse und Wettmar, Schwüblingsen und Dollbergen sowie Lathweren und Ostermunzel geplant. Prominentester Neubau ist aber wohl der rund eine Million Euro teure Radweg zwischen Ronnenberg und Devese, den der Steuerzahlerbund kritisiert hatte. Die Region will diesen entlang der Kreisstraße führen, der Steuerzahlerbund lieber über eine Nebenstrecke. Die Arbeiten laufen bereits.

„Früher haben wir etwa alle zwei Jahre einen neuen Radweg gebaut. Jetzt sind es in zwei Jahren elf“, berichtet Conrad Vinken, Leiter des Teams Infrastruktur Straße bei der Region. Die neuen Radwege sind Teil eines 800 Kilometer langen Vorrangnetzes, das die Region festgelegt hat. Mit diesem sollen möglichst viele Arbeitsplätze, Schulen und Hochschulstandorte erreicht werden. Außerdem sollen sämtliche Grund- und Mittelzentren, Bahnhöfe und Bahnstationen sowie Endhaltestellen der Stadtbahn eingebunden werden.

Region für 610 Kilometer Kreisstraßen zuständig

Künftig will die Region verstärkt längere Streckenabschnitte am Stück umbauen und sanieren. Um auch „mal an größere Projekte rangehen zu können“, habe man den Fachbereich neu organisiert, außerdem eine zusätzliche Stelle vom Bund finanziert bekommen, berichtet Leiterin van Zadel.

Die Region ist für 610 Kilometer Kreisstraßen in Kommunen zuständig, die weniger als 50 000 Einwohner haben. Davon sind 330 Kilometer Radwege an Straßen. Von den 25 Millionen Euro für die 41 Projekte kommen knapp zehn Millionen Euro von Bund und Land. Die Förderung des Landes für die Verbesserung des Verkehrs in Gemeinden war in den letzten Jahren in der Schwebe. Nun allerdings fließt das Geld wieder. Es wird unter anderem für die Erneuerung von Brücken verwendet.

Von Christian Bohnenkamp

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