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NEUER CHEF DER KKH: Wolfgang Matz hat zum 1. Oktober die Nachfolge von Ingo Kailuweit angetreten.

NEUER CHEF DER KKH: Wolfgang Matz hat zum 1. Oktober die Nachfolge von Ingo Kailuweit angetreten.
© Samantha Franson

GESUNDHEIT & FINANZEN

Neuer KKH-Chef fordert mehr Fairness

Chefwechsel bei der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover: Wolfgang Matz hat seinen Posten angetreten. Im NP-Gespräch sagt der KKH-Vorstandsvorsitzende, worauf er wert legt, was für ihn Fairness bedeutet, wo die Politik gefordert sei – und dass auch Wohlhabende zur Finanzierung der Leistungen etwa für Arbeitslosengeld II-Bezieher ihren Beitrag leisten sollten.

HANNOVER. Seit Sonntag führt ein Doktor der Theologie die große Krankenversicherung KKH in Hannover: Wolfgang Matz (49), zuletzt auf Zwischenstation Personalmanager der Tüv Nord-Gruppe, davor von 2002 bis 2011 Personalchef der Krankenkasse, hat die Nachfolge von Ingo Kailuweit (61) angetreten, der seit 1999 Vorstandschef dort war, jetzt in Rente ging. Und der studierte Theologe hat was zu sagen, seine erste Predigt sozusagen lautet:

„Wir wollen wieder einen Beitragssatz wie der Durchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherungen erreichen“, sagte er der NP, „nicht in einem oder zwei Jahren, aber mittelfristig.“ Das werden die Versicherten gerne hören – doch offen ist, ob das auf eine Beitragssenkung hinauslaufen wird: „Entweder kommen uns die anderen entgegen oder wir bewegen uns dahin“, sagt Matz. Sprich: Kann durchaus sein, dass die KKH ihren Beitragssatz samt Zusatzbeitrag nicht senkt, die anderen aber ihren erhöhen und „man“ sich so nahe kommt. Aktuell sei aber „realistisch, den Beitrag zu stabilisieren“ – also so zu halten, wie er ist (16,1 Prozent, davon 1,5 Prozentpunkte Zusatzbeitrag).

An die Politik richtet der neue KKH-Chef seinen drängendsten Wunsch: „Wir brauchen fairen Wettbewerb!“ denn so, wie jetzt das System ausgestaltet sei, gehe das zu Lasten der einen und zum Vorteil von anderen Kassen – etwa wenn vereinfacht gesagt eine Krankenkasse für eine Therapie laut Diagnose leiste, der Arzt aber die Diagnose nicht richtig dokumentiert, ergänzt und begründet hat – und damit kein Geld aus dem Ausgleichstopf fließt (Fachbegriff: Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich), „aber wir trotzdem zahlen müssen!“ Das sei so auch anfällig für Manipulationen.

Auch sei es ungerecht, „gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Zuschüsse für Arbeitslosengeld II-Bezieher nur von den Beitragszahlern finanzieren zu lassen und nicht von allen Steuerzahlern, also auch den Wohlhabenderen!“, erregt sich Matz. Da gelte es insgesamt die Rahmenbedingungen zu verbessern. Auch fordert er, dass künftig nicht nur die Arbeitnehmer steigende Beitragssätze und damit den Zusatzbeitrag alleine schultern müssen: „Die Arbeitgeber müssen daran beteiligt werden, man darf ihren Beitrag nicht weiter deckeln! Wir brauchen eine faire Finanzierung!“ Dass die Politik sich da in die gewünschte Richtung bewegt, sieht er eher skeptisch: „Das wir mit der voraussichtlichen Regierungskoalition sehr, sehr schwierig …“

Jetzt ist er Chef von etwa 4000 KKH-Beschäftigten, Herr über einen Jahreshaushalt von mehr als 5,5 Milliarden Euro. Ist dafür ein Religionsstudium die richtige Basis? Für Matz ist das klar: „Im Theologie-Studium lernt man, sich aus unterschiedlichsten Perspektiven eine Meinung zu bilden. Das ist sicher als Vorstand eines solchen Unternehmens eine hilfreiche Eigenschaft.“

Was sein Vorgänger gemacht hat, will Matz „nicht alles von heute auf morgen umkrempeln“. Manches will er gar noch antreiben. So habe Kailuweit etwa „einen Prozess hin zu mehr Eigenverantwortung der einzelnen Mitarbeiter in Gang gesetzt. Diese Entwicklung werde ich noch stärker vorantreiben!“ Und seiner Kundschaft, den Versicherten, verspricht er: „Wir haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Unsere Mitarbeiter werden als sehr freundlich, schnell und kompetent wahrgenommen – das will ich noch ausbauen. Ich setze auf persönliche Betreuung, nicht irgendjemanden hinter irgendeiner 0800-er-Nummer!“

Von Ralph Hübner


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