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Meine Stadt Neuer Betreiber der S-Bahn Hannover sucht dringend Lokführer
Hannover Meine Stadt Neuer Betreiber der S-Bahn Hannover sucht dringend Lokführer
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20:00 30.07.2018
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Hannover

Auf der Strecke der Lammetalbahn, die zwischen Hildesheim und Bodenburg verkehrt, waren vor allem im Juli wegen Lokführermangel immer wieder Züge ausgefallen. Grund dafür sind laut Nordwestbahnsprecher Steffen Högemann „kurzfristige Erkrankungen“. Im vergangenen Jahr habe sich die Lage in diesem Bereich des Nordwestbahnnetzes „verschärft“. Es sei zu einer „Steigerung der Ausfälle durch fehlende Triebfahrzeugführer“ gekommen.

Bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) kommt das nicht gut an. „Bei ausfallenden Zügen kürzen wir die Bestellerentgelte“, sagt LNVG-Sprecher Rainer Peters. Schließlich würden mehr als 60 Prozent der Kosten im Nahverkehr vom Steuerzahler getragen. Peters betont aber auch, dass es auf anderen Strecken der Nordwestbahn solche Probleme bisher nicht gebe.

Auch DB hat Probleme

Zudem hatte auch die Deutsche Bahn in Niedersachsen zuletzt mit Ausfällen wegen Lokführermangel zu kämpfen. Im Harz-Weser-Netz sei es „zu vereinzelten Zugausfällen“ gekommen, räumt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis ein. Grund sei ein für die „Jahreszeit ungewöhnlich hoher Krankenstand“, der in die allgemeine Urlaubszeit gefallen sei.

Bundesweites Problem

Die LNVG sieht jedoch ein strukturelles Problem. „Es gibt bundesweit zu wenig Lokführer“, sagt Sprecher Peters. Um das Problem in den Griff zu bekommen, fordere man neuerdings bei Ausschreibungen, dass die Unternehmen über den Bedarf für die konkrete Strecke hinaus ausbilden.

Die Nordwestbahn will sich aktuell nicht dazu äußern, wie sie genügend Lokführer für die S-Bahn gewinnen will. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, weil die DB vor der Vergabekammer Lüneburg ein Nachprüfungsverfahren angestrengt hat. Laut Sprecher Högemann hat die Nordwestbahn jedoch die Suche nach ausgebildeten Lokführern sowie deren Ausbildung „intensiviert“. Auch die Deutsche Bahn versichert, dass sie „starke Anstrengungen“ unternehme, neue Lokführer zu rekrutieren.

Soll das gelingen, müsse zuerst der Beruf attraktiver werden, fordert Peter Strüber von der Eisenbahner-Gewerkschaft EVG. „Die schwierigen Dienstpläne sind das Problem. Den Leuten ist mehr Freizeit oft wichtiger als mehr Geld.“

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