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Meine Stadt Neue Stadtsprecherin in Hannover vorgestellt
Hannover Meine Stadt Neue Stadtsprecherin in Hannover vorgestellt
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20:39 30.08.2018
Annika Schach und OB Stefan Schostok bei der Vorstellung. Quelle: Foto: Droese
Hannover

„Bloß nicht so förmlich!“ Auf die Anrede als „Professor Dr.“ legt Annika Schach keinen Wert. Die 41-Jährige wird am Montag ihr Amt als neue Kommunikationschefin der Stadt antreten. Vorgänger Andreas Möser war zu Enercity gewechselt, wo er aber nicht mehr tätig ist.

Über die Einstellung der gebürtigen Rheinländerin, die seit 2013 Professorin für angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover ist, hat OB Stefan Schostok (SPD) entschieden. Er beruft sich auf eine 1993 getroffene Entscheidung zur „Übertragung von Aufgaben“ und hat dem Organisations- und Personalausschuss nur mitgeteilt, Schach habe sich gegen 46 Mitbewerber durchgesetzt.

Bei der Einstellung Mösers war das noch anders gewesen. Da hatte der Ausschuss zugestimmt. Allerdings gibt es jetzt einen entscheidenden Unterschied: Die Professorin wird „zunächst für die Dauer von drei Jahren“ an die Landeshauptstadt abgeordnet. Bislang mit W 2 dotiert (5726,01 Euro monatlich) erhält sie künftig eine Besoldung nach E 15 (vergleichbar). Die Stadt, so die Information im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss) werde der Hochschule die Kosten für die Abordnung erstatten.

Der Vorgang wirft bei der CDU viele Fragen auf. Fraktionschef Jens Seidel kündigt eine rechtliche Prüfung und notfalls Einschaltung der Kommunalaufsicht an. Süffisant bemerkte er, dass die Mutter zweier Mädchen (5 und 8) sich als Expertin für Krisenkommunikation sieht. Das könne der OB gerade gut gebrauchen.

Schach freut sich auf die „anspruchsvolle Funktion“. Sie will die Kommunikation der Stadt strategisch und digital neu aufstellen. Zur Rathausaffäre sagt sie lieber nichts. Doch das war in der anschließenden Ratssitzung wieder mal Thema. Die CDU forderte, Schostok möge seine Amtsgeschäfte vorübergehend ruhen lassen und sie der Ersten Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette übergeben. Schließlich würden bald Rathaus-Mitarbeiter zum Vorwurf der Untreue als Zeugen gehört – „und nach ihrer Aussage müssen sie mit dem Angeschuldigten weiter arbeiten“.

SPD, Grüne und FDP sahen die Dringlichkeit nicht geboten. Christine Kastning (SPD) versicherte: „Dder OB übt seine Amtsgeschäfte sehr gut aus.“ Die AfD betonte, sie halte den Verwaltungschef für integer. Für die „Hannoveraner“ appellierte Gerhard Wruck an Unschuldsvermutung. Mit großer Mehrheit blitzte die CDU also bei ihrem Dringlichkeitsantrag ab. Ruhe zu dem Thema Rathausaffäre ist damit noch lange nicht eingekehrt.

Von Vera König

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