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AUFFALLEND: Hände und Gesicht des mehrfach vorbestraften Neonazi sind tätowiert. Foto:Schaarschmidt

AUFFALLEND: Hände und Gesicht des mehrfach vorbestraften Neonazi sind tätowiert. Foto:Schaarschmidt© Tim Schaarschmidt

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Prozess

Neonazi aus Hannover tritt im Suff zu - Haft

Fünf Monate ohne Bewährung - so lautet das Urteil gegen den hannoverschen Neonazi Patrick I. Der 35-Jährige hatte im August 2016 einer obdachlosen Frau ins Gesicht getreten und außerdem über den Kurznachrichtendienst Twitter das Bild eines Paares unterm Regenschirm mit Hakenkreuz und dem Rutenbündel der italienischen Faschisten verbreitet.

Hannover. „Ihre Gesinnung hat nach wie vor Bestand. Von einer positiven Sozialprognose ist nicht auszugehen“, sagte Richter Burkhard Littgen zu dem 35-Jährigen. Der Neonazi, 2005 wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt (er hatte eine Krankenschwester gewürgt, missbraucht und zu ertränken versucht), wird morgen erneut vor Gericht stehen - Berufungsverhandlung. Wegen der Angriffe auf einen dunkelhäutigen Mann mit Rastalocken war er zu zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Ohne die Tattoos auf Hals und Händen sähe der rotblonde Typ mit dem Stoppelschnitt so aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch wehe, wenn er sich nach feucht-fröhlichen Nächten provoziert fühlt - in diesem Fall durch eine Obdachlose, die sich in der Nähe des Friederikenstiftes zum Schlafen hingelegt hatte. Verärgert über sich (weil sie mit 1,47 Promille in keine Notunterkunft mehr gekommen wäre) beschimpfte sich die 41-Jährige laut „alte Schlampe“ und noch mehr. Patrick I., mit seiner Freundin unterwegs, begriff das als Attacke auf die junge Frau an seiner Seite.

Im Suff (1,53 Promille) und nach dem Aufschrei „Das lass ich mir nicht bieten“ trat der Neonazi zu. Einmal gegen den Kopf seines Opfers, einmal gegen den Unterarm, mit dem sich die Obdachlose zu schützen versuchte. Herbei eilende Krankenschwestern und Polizisten, die zufällig in der Klinik gewesen waren, schritten sofort ein.

Diesmal sei nicht die Gesinnung des Angeklagten Auslöser gewesen, meinte auch die Staatsanwältin. Es war der Alkohol auf beiden Seiten und im Grunde Banalität. Die Tritte hätten zu sehr viel schlimmeren Folgen führen können, würde Patrick I. nicht lieber Sneakers als Kampfstiefel tragen. Und am Ende kam dann doch noch etwas Gutes heraus: Sein Opfer ist inzwischen trocken. Die Frau lebt in einer eigenen Wohnung und hatte vor Gericht gestern so gar nichts mehr gemein mit der betrunkenen „Schlampe“.


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