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Wie eine Fstung: Das Baugerüst am DGB-Haus ist von allen Seiten mit Nato-Draht abgesichert.

Wie eine Fstung: Das Baugerüst am DGB-Haus ist von allen Seiten mit Nato-Draht abgesichert.

Baustelle

Nato-Draht sichert DGB-Haus in Hannover

Angst vor Einbrechern? Die Baustelle am DGB-Haus (Otto-Brenner-Straße) ist mit messerscharfem Nato-Draht gesichert.

HANNOVER.  Sogenannter Nato-Draht wurde früher ausschließlich vom Militär verwendet. Seine zahlreichen rasiermesserscharfen Klingen garantieren maximale Verletzungsgefahr. Doch diese verschärfte Version des Stacheldrahtes wird seit Längerem auch in der hannoverschen City eingesetzt – um Gerüst-Baustellen vor ungebetenen Besuchern zu schützen. Ordnungsbehörden sehen kein Problem.

Otto-Brenner-Straße 1: Seit Wochen steht das sogenannte DGB-Haus unter einem ganz besonderen Schutz. Der zehngeschossige Bau nahe dem Klagesmarkt ist komplett von einem Gerüst umgeben, die Fenster sollen erneuert werden. In gut zwei Metern Höhe haben Arbeiter Dutzende Meter Nato-Draht ausgerollt. Der Berliner Vermieter VTG (Vermögensverwaltungs- und Treuhandgesellschaft des DGB), der Gerüstbauer aus dem Großraum Hannover und die Hamburger Architekten wollten das auf NP-Anfrage nicht kommentieren. Anders der Bundesverband Gerüstbau: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das sachgerecht ist. So eine Ausführung ist unbegreiflich, es gibt andere Methoden zur Absicherung“, heißt es dort.

Ein Mieter der betagten Immobilie ist der DGB (Region Niedersachsen-Mitte). Dessen kommissarischer Geschäftsführer Steffen Holz kommentiert das mit Nato-Draht gesicherte Gerüst so: „Normal finde ich das nicht.“ Allerdings habe es schon zweimal Einbrüche gegeben – immer dann, wenn ein Baugerüst am Gebäude stand. „Es wurden Türen mit Sicherheitsglas eingetreten, Büros verwüstet, und es gab einen Schaden im fünf- bis sechsstelligen Bereich.“ Holz vermutet, dass der Nato-Draht eine Auflage der Versicherung ist, um weitere Einbrüche zu verhindern. Edeltraud Styrnol, die mit ihrem Ehemann Hellmuth im Erdgeschoss die „Buchhandlung am Klagesmarkt“ betreibt, hat einen ähnlichen Verdacht: „Wir hatten in den vergangenen Jahren dreimal ein Gerüst am Haus – jedes Mal wurde eingebrochen.“ Schön sei der Nato-Draht aber nicht, „vielleicht schreckt das Kunden ab“.

„Wir sichern unsere Gerüste nicht mit Nato-Draht – allein schon deshalb, um unsere Mitarbeiter vor Verletzungen zu schützen“, heißt es beim Ronnenberger Gerüstbauer Samiez. „Wenn es der Auftraggeber wünscht, schützen wir unsere Gerüste mit Spanplatten, um beispielsweise Vandalismus zu verhindern.“

„Üblich ist es nicht“, sagt Ergun Kaya, Inhaber von Gerüstbau Kaya (Linden-Mitte). Aber wenn der Auftraggeber es wünsche, werde das gemacht. Manchmal könne das sinnvoll sein, um Einbrüche zu verhindern.

„Das ist gang und gäbe bei Behörden-Bauten“, sagt Jannis Bellos vom hannoverschen Gerüstbauer Schneider. Das diene dem Schutz der Immobilien vor Einbrechern. Seinen Angaben zufolge sei so auch an Gebäuden von Geldinstituten in der Innenstadt (Straße An der Börse) und auch beim Umbau des Sprengel-Museums gearbeitet worden. „Teilweise sind das auch Auflagen der Versicherungen“, sagt Bellos.

Ordnungsbehörden sehen keine Probleme durch den Einsatz des Nato-Drahtes. Stadt-Sprecher Alexis Demos zur Baustelle am DGB-Haus: „Für das Baugerüst liegt eine verkehrsbehördliche Genehmigung vor.“ Alle verkehrsrechtlichen Auflagen würden eingehalten. Aus bauordnungsrechtlicher Sicht spreche ebenfalls nichts gegen diese Art der Sicherung. Demos weiter: „Laut Aussage des Architekten wurde der Draht dort angebracht, weil bereits kurz nach der Errichtung Unbefugte das Gerüst betreten haben. Bei einem Ortstermin mit dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt wurde vereinbart, die Unterseite des Gerüstes zu erweitern. Somit kann ein Herabhängen des Drahtes ausgeschlossen werden. Eine Gefährdungslage für Fußgänger und Radfahrer besteht daher nicht.“

Von ANDREAS KÖRLIN


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