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TEAMARBEIT: Professor Jantzen, Fachärztin Karin Häublein und Schwester Katrin (Mitte) spielen an der SimMOM den Notfall durch.

TEAMARBEIT: Professor Jantzen, Fachärztin Karin Häublein und Schwester Katrin (Mitte) spielen an der SimMOM den Notfall durch.© Alexander Körner

Weltanästhesie-Tag

Narkose in der Nordstadt - geht gut!

Das Klinikum Nordstadt baut seinen Ruf als Top-Krankenhaus aus. Zum Weltanästhesie-Tag stellte Professor Jan-Peter Jantzen (62) zwei innovative Projekte vor, die der Sicherheit der Patienten dienen: Die Simulationspuppe SimMOM“ und ein System, mit dem sicherheitsrelevante Ereignisse in der Patientenversorgung erfasst werden können.

Hannover. Professor Jantzen ist Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Sein Team hat in jedem Jahr die Narkose von rund 14000 Patienten zu verantworten. Auf die Frage, wie der Sachstand in seinem Verantwortungsbereich sei, sagte Jantzen der NP: „Wir sind personell voll ausgestattet und technologisch vor unserer Zeit. Besser kann man es nicht haben.“ Zahlen belegen diese Selbsteinschätzung. Im letzten Jahr gab es an der Haltenhoffstraße nur 20 Narkosen mit geringfügigen Folgen, keine mit erheblichen Konsequenzen für Patienten.

Trotzdem investiert Jantzen viel Energie in Profi-Wissen. Das ist notwendig, weil „ein vollautomatisierter Anästhesieprozess derzeit nicht denkbar ist“. Und unerlässlich, weil 70 Prozent aller Komplikationen in der Narkose durch menschliche Fehler entstehen. Die Ärztin Karin Häublein begründet die Notwendigkeit von Weiterbildung im Narkose-Bereich so: „Kein Profi würde Basketball spielen, ohne vorher die Spielzüge zu üben.“

Gestern saßen im Simulationszentrum an der Seite von „SimMOM“ erfahrene Fachkräfte. Instruktor Mathias Axer referierte über einen ganz besonders komplexen Medizinbereich: Reanimation - Wiederbelebung. Die Fachkräfte in seinem Tagesseminar wissen darüber eine ganze Menge, aber „es gibt neue Leitlinien - darüber informiere ich mich“, sagte Schwester Katrin, die sonst Dienst auf der Intensivstation im Laatzener Agnes-Karll-Krankenhaus tut. Und Schwester Camila aus dem Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden fand: „Es hat sich viel getan, da tut Weiterbildung einfach not.“ Häublein hilft den Lebensrettern, am Ball zu bleiben - und besticht mit einem beeindruckenden Kursprogramm. Ein thematischer Auszug: „Nightmare, keine Angst vorm ersten Dienst“, „Schocktraumtraining“, „Notkaiserschnitt“.

Das alles sagt dem Laien möglicherweise wenig, bedeutet aber viel, wenn es ernst wird: Es geht um das Training von Notfallsituationen - das muss blind sitzen.

Der Nordstadt-Mediziner Jantzen hat schon einmal Schlagzeilen gemacht: Auf der Expo stellte er einen weltweit beachteten Anästhesiearbeitsplatz für die Zukunft vor. Und er hat es zugleich geschafft, das Nordstadtkrankenhaus als Exzellenz-Center zertifizieren zu lassen.


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