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Meine Stadt Näh-Projekt für geflüchtete Frauen
Hannover Meine Stadt Näh-Projekt für geflüchtete Frauen
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18:32 28.08.2018
KOMMUNIZIEREN AUF DEUTSCH: Anshah Sedoo (von links) aus dem Irak, Sprachlehrerin Claudia Grewe und die Irakerin Widad Elias Matto schauen sich die Unterlagen an, nach deren Vorgaben sie später nähen werden.
hannover

Erwartungsfroh betreten die Frauen den Raum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Ahrbergviertel in Linden und allen zehn merkt man an, dass sie am liebsten sofort loslegen möchten.

Aber vor dem Schneidern steht die Projektvorstellung, erst dann, endlich!, beginnt der „Näheinstieg“ – ein Nähprojekt für geflüchtete Frauen, das möglichst in einen Berufseinstieg der insgesamt zwölf Teilnehmerinnen münden soll. Die Frauen aus sechs verschiedenen Ländern bekommen während ihrer Arbeit an den Nähmaschinen zusätzlich Sprachunterricht, Sprachlehrerin Claudia Grewe (65) achtet unter anderem darauf, dass alle Frauen miteinander Deutsch sprechen.

Das ist auch Wunsch der Sponsoren des Projektes, des Ehepaares Ricarda und Udo Niedergerke. „Drei Dinge werden für eine erfolgreiche Inte-gration benötigt“, sagt Udo Niedergerke und zählt sie auf: „Sprache, Sprache, Sprache!“ Deswegen werden die Teilnehmerinnen während des dreimonatigen Projektes an zwölf Terminen im Ahrbergviertel im Nähen unterrichtet, zwölf Mal werden sie zur Awo-Niederlassung nach Lehrte fahren, um dort weiter Deutsch zu lernen. Ricarda Niedergerke freut sich darüber, dass die Frauen eine echte Chance haben, mit Hilfe solcher Integrationsprojekte „eigene berufliche Möglichkeiten“ bekommen.

So wie Arezoo Nazari (24). Die Iranerin ist seit drei Jahren in Deutschland, lebt mit Mann und Tochter (2) in Lehrte, spricht schon richtig gut Deutsch und möchte „selbst in die Fortbildung“. Ihr Ziel: Das Abitur nachholen, ein Studium aufnehmen und Lehrerin werden. „Ich würde mich freuen, wenn das klappt“, sagt die junge Frau – und die freundliche Power, mit der sie das sagt, verspricht einiges. Andere Frauen streben eine Ausbildung zur Schneiderin an, „da stehen ihnen viele Wege offen, ob als Änderungs-, Maß- oder Kostümschneiderin“, sagt Awo-Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe. Sie findet es toll, dass die Idee tatsächlich aus den Reihen der geflüchteten Frauen selbst kam. Was für die Niedergerkes auch ein Hinweis dafür ist, dass die Teilnehmerinnen das Projekt durchziehen. „Wir haben schon einige Projekte der Awo unterstützt und da sind alle Teilnehmer ebenfalls von Anfang bis Ende dabeigeblieben“, sagt der Mediziner erfreut. Der übrigens die 5500 Euro für das Nähprojekt aus seiner Stiftung spendiert, die am 22. Oktober schon zehn Jahre alt wird. Dann wird im GOP ein Benefizabend der „Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung“ gefeiert, „und ich hoffe, es kommt einiges an Spenden zusammen, damit wir auch weiterhin solche Projekte unterstützen können“.

Wer den Teilnehmerinnen des „Näheinstiegs“ einen Praktikums- oder gar Ausbildungsplatz anbieten möchte, wende sich an Projektleiterin Carina Görzen unter der Rufnummer: 0 51 32/8 30 78–25.

Von Petra Rückerl

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