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LIEGENBLEIBER: Die Abfallentsorger von Aha lassen nicht ordnungsgemäß bereitgestelltes Altpapier und Kartonagen jetzt stehen – durchweichte Kartons sind da ohnehin ein Greuel. Die Regel lautet: Sack oder Tonne, ausnahmsweise auch „Riesenkartons“, wenn sie leer und etwas gefaltet sind.

LIEGENBLEIBER: Die Abfallentsorger von Aha lassen nicht ordnungsgemäß bereitgestelltes Altpapier und Kartonagen jetzt stehen – durchweichte Kartons sind da ohnehin ein Greuel. Die Regel lautet: Sack oder Tonne, ausnahmsweise auch „Riesenkartons“, wenn sie leer und etwas gefaltet sind.
 © Fotos: Petrow

Abfallentsorgung

Nachfrage nach Altpapiertonne steigt rasant

Mit einer Werbekampagne versucht der Abfallentsorger Aha die Bürger in der Region Hannover dazu zu bewegen, Altpapier doch in der Tonne zu sammeln – die gibt es ja kostenlos. Das scheint jetzt zu funktionieren: Die Bestellzahlen gehen quasi durch die Decke. Das bedeut auch: Ende der Kulanz für nicht regelkonform bereitgestelltes Altpapier.

Hannover.  Tonne statt Plastiksack – und das Ende der großen Kulanz: „Die Bestellungen für die Altpapiertonne steigen rasant“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich auf Anfrage der NP. Während es die letzten Monate so 50 bis 60 pro Tag gewesen seien (montags bis freitags) seien es nun 200. „Die Kampagne wirkt“, sagt sie – wie berichtet hat der Abfallentsorger vor gut zwei Wochen eine Werbekampagne gestartet, um den Menschen in der Region Hannover nahe zu legen, dass sie statt blauer Plastiksäcke lieber die kostenlos angebotene Tonne für die Altpapierentsorgung nutzen sollen.

Damit der angeschobene Wechseltrend zur Tonne keine Eintagsfliege bleibt, gilt jetzt auch eine neue Marschroute, was die Mitnahme nicht ordnungsgemäß am Straßenrand deponierter Papierstapel und Kartonagen betrifft. Hier wolle Aha „ein Zeichen setzen“ und nehmen die Abfuhrteams nicht im blauen Sack oder in der blauen Tonne bereitgestellten Papier- und Kartonabfälle nicht mehr mit – was sie bisher übrigens ohnehin nur „kulanzhalber“ gemacht haben. Ausnahmen solle es geben, wenn etwa Riesenkartons wie für einen großen Fernsehapparat am Straßenrand stehen, die leer sind und zumindest ein wenig kleiner gefaltet. „Wir wissen, das sorgt teils für Unmut, das verstehen wir. Die Menschen haben sich an die Kulanz und den Sack gewöhnt. Wir brauchen die Unterstützung der Bevölkerung, die Umstellung ist ein Prozess, das erfordert Geduld“, sagt Herich. Sie hofft, dass die Bürger erkennen, dass damit nicht nur der Umwelt gedient sei (weniger Plastiktütenabfall, weniger Bäume zu fällen für neues Papier), sondern wenn das Papier nicht nass oder verunreinigt ist, ein höherer Preis zu erzielen ist, ja es überhaupt erst dann einen Abnehmer dafür gibt.

Profitieren sollen Umwelt und Gebührenzahler: 2016 seien in der Region Hannover mehr als 2,2 Millionen Rollen blauer Altpapiersäcke verbraucht worden – das mache „mehr als 850 Tonnen Kunststoff“. Und müsste das Papier nicht vom Verwerter erst noch aus den Säcken befreit werden, ließen sich pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro mehr erlösen.

Aha hofft, dass „je mehr Tonnen am Straßenrand stehen, desto mehr Menschen werden bemerken, dass es die Tonne gibt. Vielen Menschen war das offenbar gar nicht bewusst.“ Außerdem, erklärt Herich, könne man sich die 240-Liter-Tonne ja „auch mit einem Nachbarn teilen, wenn man glaubt, nicht genug Altpapier pro Woche zusammenzubringen. Zudem ist die Altpapiertonne kostenlos – der blaue Abfallsack wird bald ein Euro je Rolle mit 25 Tüten kosten. Daher wird die Ausgabe in den Wertstoffhöfen jetzt auch kontrolliert – nur eine Rolle je Kopf.

Von Ralph Hübner


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