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Entschärft: Drei Blindgänger, die auf einem Grundstück an der Wedelstraße gefunden wurden. Mit weiteren Evakuierungen in 2017 ist zu rechnen.

Entschärft: Drei Blindgänger, die auf einem Grundstück an der Wedelstraße gefunden wurden. Mit weiteren Evakuierungen in 2017 ist zu rechnen.
 © dpa

Hannover

Nach der Bombenräumung: Weitere Evakuierungen geplant

Die große Evakuierung am Wochenende wird 2017 wohl nicht die letzte bleiben. Die Feuerwehr Hannover plant in Hannover bis zu vier pro Jahr. Hinzu kommen weitere, wenn zufällig Bomben bei Bauarbeiten gefunden werden. Aus Sicherheitsgründen muss dann sofort geräumt werden. Bald soll auch die systematische Suche nach Blindgängern wieder aufgenommen werden.

Hannover.  50 000 Hannoveraner mussten am Sonntag raus aus ihren Wohnungen, weil drei Blindgänger auf einem Grundstück an der Wedelstraße entschärft werden mussten. Wie geht es jetzt weiter? Die NP klärt die wichtigsten Fragen.

Wird es in diesem Jahr weitere Bombenentschärfungen geben?

Damit ist zu rechnen. Die Feuerwehr hat sich vorgenommen pro Jahr vier Bombenentschärfungen mit den dazugehörigen Evakuierungen durchzuführen. Die große Räumung am Wochenende war eine davon. Auch rund um den Bombenverdacht am Siloah-Krankenhaus war im März eine große Evakuierung geplant. Sie wurde abgesagt, weil sich die Verdachtsfälle nicht erhärteten. Es könnte also sein, dass es 2017 noch drei planmäßige Räumungen geben wird. „Hinzu kommen noch ungeplante, akute Räumungen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. So wie im März an der Eupener Straße in der Seelhorst.

Warum muss manchmal sofort geräumt werden?

Im Vorfeld der Räumung am Wochenende wurden mögliche Verdachtspunkte zunächst per Luftbild und mit anderen technischen Hilfsmitteln identifiziert. Freigelegt wurden diese allerdings erst am Tag der Evakuierung selbst. Deshalb ließ sich diese im Vorfeld gut organisieren – inklusive eines Kulturprogramms. Anders ist die Situation, wenn ein Bagger auf einer Baustelle ungeplant auf einen Blindgänger stößt. „Dann müssen wir sofort handeln und evakuieren, weil die Bombe frei liegt und wir nicht abschätzen können, ob sie bei den Arbeiten beschädigt wurde“, erklärt Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen.

Wird schon wieder systematisch nach Blindgängern gesucht?

Derzeit nicht. Eine entsprechende Drucksache, die eine Wiederaufnahme der systematischen Suche nach Blindgängern beinhaltet, ist allerdings schon im Verfahren. Der Rat wird darüber wohl noch in diesem Jahr entscheiden. „Dann haben wir eine Grundlage und können damit wieder beginnen“, sagt Feuerwehrsprecher Hintz. Möglicherweise müsse dazu aber zusätzliches Personal eingestellt werden. Das Land hatte die systematische Suche nach Blindgängern 2012 aus Kostengründen eingestellt. Die Stadt Hannover hatte sich zunächst dagegen entschieden, diese Aufgabe zu übernehmen.

Wie viel haben die Evakuierung und Räumung am Wochenende gekostet?

Laut Feuerwehr lässt sich das erst im Laufe der kommenden Wochen beziffern. Sicher ist, dass die Stadt für die Kosten des Einsatzes aufkommen muss. Sie hätte auch zahlen müssen, wenn es durch eine kontrollierte Sprengung zu Schäden am angrenzenden Rewe-Markt und an den Häusern der Anlieger gekommen wäre. Das war zum Beispiel vor einigen Jahren in Misburg der Fall, wo Bombensplitter noch Dächer von Häusern beschädigten, die 200 Meter von der Fundstelle entfernt lagen. Künftig sollen auch die Eigentümer der Grundstücke an den Kosten der Räumung beteiligt werden, sofern sie mehr als 500 000 Euro besitzen. Auch das muss die Politik aber noch beschließen. Die Stadt selbst bildet für Bombenräumungen jährliche Rücklagen von 6,7 Millionen Euro.

Was passiert mit den drei Bomben, die auf dem Grundstück an der Wedelstraße gefunden wurden?

Sie wurden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in ein Zwischenlager auf dem Truppenübungsplatz in Munster gebracht. Sie werden von einer Fachfirma zunächst in Scheiben geschnitten, die anschließend in einem Hochofen verbrannt werden. Zwar wurden die Zünder entfernt. Der TNT-Sprengstoff ist aber immer noch entzündlich und damit gefährlich. Auf dem Grundstück an der Wedelstraße, wo die Üstra zusammen mit dem Unternehmen Meravis Wohnungen baut, gingen am Montag schon wieder die Bauarbeiten weiter.

Wird es auch künftig wieder ein Kulturprogramm für die Evakuierten geben?

Laut Stadt hat sich das bei der Räumung am Sonntag bewährt. „Wenn wir das planen können, dann werden wir das wieder machen“, kündigt Kulturdezernent Harald Härke an, der auch für Hannovers Feuerwehr zuständig ist.

Von C. Bohnenkamp


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