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Urteil

Nach Tötung im Asia-Imbiss: fünf Jahre Haft für Sushi-Koch

Der Sushi-Koch aus Vietnam hatte am 14. November 2016 seinen Chef (36) mit 14 Messerstichen und -schnitten getötet. Danach hatte er in der Nähe des A2-Einkaufszentrums in Altwarmbüchen auf die Polizei gewartet. Van H. (29) wurde wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Vor der Schwurgerichtskammer fielen am Dienstag Worte wie "Hinrichtung" oder "Selbstjustiz". Angesichts dieses Vokabulars klingt das Urteil erstaunlich milde: Van H. (29) wurde wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt.

"Der Angeklagte hat wie ein Wahnsinniger auf sein Opfer eingestochen", erklärte der Vorsitzende Richter, Wolfgang Rosenbusch.

So schrecklich die Tat wirkt, Van H. ist kein gewöhnlicher Gewalttäter. Er hatte sieben Monate ohne einen freien Tag für seinen Chef gearbeitet, mindestens zehn Stunden am Tag. Für die Sklavenarbeit gab es 1800 Euro im Monat abzüglich 300 Euro Miete, weil der Arbeitgeber auch Vermieter war. Als der Angeklagte am 8. November kündigte, wurde der Chef aktiv. Er bedrohte Van H. und seine Freundin (24), wollte Schläger auf sie hetzen, ihr Haus anzünden. "Der Arbeitgeber hat mit mafiösen Strukturen gedroht", so der Richter.

Die Freundin zeigte den Chef an. Die Polizei machte eine Gefährderansprache beim späteren Opfer. Doch er machte weiter. "Der Angeklagte und seine Freundin hatten nachhaltig Angst", meinte Rosenbusch.

Van H. machte dann einen folgenschweren Fehler. Er suchte seinen Peiniger im Imbiss auf, um die Situation zu klären. Wieder setzte es Beleidigungen und Bedrohungen. Van H. griff zu einem Küchenmesser und stach zu. "Die hohe Arbeitsbelastung und der Druck der Bedrohung entlud sich explosionsartig", sagte der Richter. Es sei eine Affekttat gewesen, wie sie im Bilderbuch stehe. Das Gericht erkannte auf eine verminderte Schuldfähigkeit des Sushi-Kochs.

Richter Rosenbusch bezeichnete die Strafe als "milde", allerdings auf dem Hintergrund der Bedrohung als vertretbar. Die Kammer blieb mit den fünf Jahren genau in der Mitte. Die Staatsanwältin hatte sechs Jahre, Anwalt Thomas Mügge vier Jahre Haft für den Angeklagten beantragt.

Thomas Nagel


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