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Meine Stadt Nach Kirchenbrand: Garbsen rückt zusammen
Hannover Meine Stadt Nach Kirchenbrand: Garbsen rückt zusammen
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00:16 09.08.2013
FAHNDUNGSAUFRUF: Polizist Günther Hirche und seine Kollegen verteilten Dienstag Plakate und Flyer. Quelle: Frank Wilde
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Garbsen

Dienstag starteten die Ermittler einen Zeugenaufruf. Auch auf die Gefahr, dadurch selbst Zielscheibe für Brandanschläge zu werden, hängten viele Geschäftsleute die Plakate in ihre Schaufenster. Es geht ein Ruck durch Garbsen.

50 Plakate hat die Polizei für die Läden drucken lassen. Eines davon hängt in der Apotheke Auf der Horst am Marshof. Inhaberin Anke Liepe (50) unterstützt die Suche nach den Brandstiftern: „Der Kirchenbrand war der Schlusspunkt.“ Obwohl auch schon dreimal in ihrem Hof Feuer gelegt wurde, zeigt sie Zivilcourage und fordert: „Es muss Schluss sein mit diesen Bränden.“

Wie in der Apotheke haben Unbekannte schon häufig die Scheiben des Salons von Friseurin Martina Kunze zertrümmert. Immer wieder landeten nachts im Schaufenster Gullideckel. Dennoch hängt dort nun ein Fahndungsplakat. „Vielleicht hilft es, dass jemand den richtigen Hinweis gibt“, so Mitarbeiterin Arienne Döring (56). Auf den Lebensmittelhändler nebenan und auf das Café mit Kiosk von Abdullah Sengül wurde noch kein Anschlag verübt. Für den 48-jährigen ist es trotzdem selbstverständlich, bei der Fahndung nach den Brandstiftern zu helfen Es gehe schließlich nicht um Nationalitäten, sondern um Garbsen: „Ich will, dass hier alle friedlich zusammenleben.“

Der Garbsener Kontaktbeamte Günther Hirche und seine Kollegen verteilten gestern 1000 Flyer mit Zeugenaufruf an Haushalte rund um den Tatort. Der richtige Tipp wird kommen – schon wegen der Belohnung von 15?000 Euro, ist sich Rentner Lothar Döhler (77) sicher: „Die verraten sich immer mal. Und Geld stinkt nicht.“

Die Polizei braucht dringend Hinweise, denn die Auswertung der Spuren hat wenig ergeben. Womit die Täter das Feuer legten, ist unklar. Fest steht nur, dass sie keinen Brandbeschleuniger verwendeten. In den 1200 bis 1300 Grad heißen Flammen in der Kirche wurde alles vernichtet, was die Beamten weiterbringen könnte.

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