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Meine Stadt Nach Einsturz: 1260 Aldi-Läden werden untersucht
Hannover Meine Stadt Nach Einsturz: 1260 Aldi-Läden werden untersucht
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00:17 03.08.2017
TRÜMMER: Teile des Dachs liegen auf Kassenbändern. Quelle: Dröse
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Grasdorf

 „Unfassbar.“ Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne (CDU) steht am Montagnachmittag auf dem Parkplatz des Aldi-Marktes im Ortsteil Grasdorf und fixiert das eingestürzte Dach. Das war Sonnabend gegen 21.30 Uhr in das menschenleere Geschäft gefallen – rund eine Million Euro Schaden (NP berichtete).

Ein Blick durchs Schaufenster zeigt: Teile des Dachs und der Klimaanlage liegen auf den Kassenbändern, Flüssigkeit steht auf einem Teil der Bodenfliesen. Gas und Strom seien aus Sicherheitsgründen abgestellt worden, sagt Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald.

Im Markt – Betreten verboten – verdirbt derzeit Ware im Wert von vielen hundert Euro. Eine Üstra-Bahn der Linie 2 Richtung Alte Heide passiert auf der Hildesheimer Straße die Unglücksstelle. Schleichfahrt – Bahnen sollen den maroden Bau nicht durch Erschütterungen zusätzlich belasten.

Die Unglücksursache soll durch einen Gutachter geklärt werden. „Ich konnte nichts auffälliges entdeckten“, sagt Uwe Fleischmann. Der Leiter der Bauaufsicht hatte sich noch in der Unglücksnacht ein (Luft-)Bild von der Lage gemacht – aus dem Korb der Drehleiter. 1998 sei der rund 1000 Quadratmeter große Markt genehmigt worden. „Eine Überwachungspflicht für Gebäude dieser Größe besteht nicht“, betont Stadtbaurat Axel Grüning.

Mit Blick auf die unklare Ursache des Dacheinsturzes sagt der Laatzener Polizeichef Ludger Westermann: „Wir gehen von einem Unglücksfall aus. Wir warten auf das Gutachten und prüfen dann strafrechtliche Relevanzen.“

„Zur Unglücksursache ist noch nichts bekannt“, teilt Serra Schlesinger, Leiterin der Aldi-Unternehmenskommunikation, mit. „Aldi-Nord lässt seine Märkte regelmäßig von Experten auf Verkehrssicherheit überprüfen. In dem Markt in Grasdorf wurden 2014 kleinere Mängel am Dach beseitigt.“

Die fachgerechte Ausführung der Maßnahmen sei – wie bei Aldi-Nord üblich – von einem externen Sachverständigen überprüft und bestätigt worden. Schlesinger weiter: „Aufgrund des aktuellen Vorkommnisses werden wir alle unsere Märkte mit Satteldach zeitnah überprüfen.“ Betroffen seien knapp 1260 Filialen. Mittwoch werde Professor Thomas Siefer von der Uni Braunschweig das eingestürzte Dach begutachten.

Von Andreas Körlin

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