Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Nach Betreiberwechsel: Was wird aus den Jobs der DB-Mitarbeiter?
Hannover Meine Stadt Nach Betreiberwechsel: Was wird aus den Jobs der DB-Mitarbeiter?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 30.07.2018
Hannover

„Die Verunsicherung ist groß“, sagt Karl Eickmeier, Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft EVG in Hannover. Zwar wäre die Nordwestbahn grundsätzlich per Gesetz verpflichtet, denjenigen Mitarbeitern der DB einen Arbeitsvertrag anzubieten, die „für die Erbringung der Verkehrsleistung unmittelbar erforderlich sind“, heißt es in einem aktuellen Leitfaden zur Umsetzung des Gesetzes. „Aber es bleiben viele Fragen“, sagt Eickmeier.

Seine Gewerkschaft sorgt sich vor allem um die rund 70 Mitarbeiter des S-Bahn-Ausbesserungswerkes in Leinhausen. Ob die Nordwestbahn dort ihre Züge reparieren lässt, ist völlig unklar. Denn sie will mit einem komplett neuen Fuhrpark an den Start gehen. „Der Wettbewerb ist so groß, dass die Hersteller der Fahrzeuge die Wartung gleich mitanbieten. Und das muss ja nicht in Leinhausen stattfinden“, sagt Peter Strüber, Leiter der EVG-Geschäftsstelle in Hannover.

Er fürchtet sogar, dass die Arbeitsplätze in Niedersachsen ganz verloren gehen könnten. Das habe das Beispiel der Westfalenbahn gezeigt, die die Verbindungen Braunschweig-Bielefeld und Braunschweig Rheine übernommen hat. Die Züge werden mittlerweile nicht mehr in Braunschweig, sondern in Minden gewartet – auch ein Halt der S-Bahn Hannover. „Die Kollegen in Leinhausen hängen in der Luft“, warnt EVG-Vorsitzender Eickmeier.

-> Lesen Sie auch: Nordwestbahn sucht dringend Lokführer

Die Nordwestbahn äußert sich noch nicht zur Übernahme des S-Bahnnetzes. Vor der Vergabekammer Lüneburg läuft noch ein Verfahren. Die Deutsche Bahn will das Ausbesserungswerk in Leinhausen jedoch in jedem Fall weiterbetreiben. Dieses sei nicht Teil der Ausschreibung. Im Falle des Verlustes des S-Bahnnetzes solle dieses mit anderen Aufträgen ausgelastet werden, sagt Sprecher Egbert Meyer-Lovis.

Kurz nachdem bekannt wurde, dass die Region die S-Bahn an die Nordwestbahn vergeben will, versicherte ein DB-Vorstand auf einer Betriebsversammlung, dass alle Mitarbeiter gebraucht würden und Jobangebote bekommen sollen. „Die werden aber oft nicht in der Region sein. Das hilft denen, die hier verwurzelt sind, nicht weiter.“ Fraglich sei auch, was mit den 100 Mitarbeitern passieren soll, die bei der DB noch einen Beamtenstatus haben. „Die können nicht so einfach in ein privates Unternehmen wechseln“, so Eickmeier.

boh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!