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Meine Stadt Mutprobe: Junge Männer zwingen S-Bahn zu Notbremsung
Hannover Meine Stadt Mutprobe: Junge Männer zwingen S-Bahn zu Notbremsung
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14:17 14.06.2018
An dieser Stelle standen die jungen Männer auf den Gleisen. Quelle: Heidrich
Hannover

Tatort Gleisbett, Mittwoch, 20.20 Uhr: Eine S-Bahn der Linie 5 ist mit etwa Tempo 100 von Hannover Richtung Hameln unterwegs. An Bord des Zuges sind nach Angaben der Bundespolizei rund 100 Fahrgäste. Rund 200 Meter nordöstlich des Bornumer Bahnhofs erkennt der Lokführer drei Menschen, die im Gleisbett stehen.

Laut Bundespolizei-Sprecher Martin Ackert leitet der 36-Jährige sofort eine Notbremsung ein. Währenddessen filmen sich die drei jungen Leute, die immer noch im Schotterbett der zweigleisigen Strecke stehen, mit Handykameras. „Erst im allerletzten Moment sprang das Trio aus dem Gleisbett“, so Ackert.

Durch die Notbremsung des Triebfahrzeugführers allein hätte ein Zusammenstoß mit den Männern nicht verhindert werden können. Zugbegleiter und Passagiere werden nicht verletzt. Der Lokführer alarmiert die Bundespolizei.

Wenige Minuten später stellt eine Funkstreifenbesatzung das Trio. Nur einige hundert Meter vom Tatort entfernt in einem Einfamilienhausgebiet nahe der Straße Auf der Kuhbühre (Bornum).

Es handelt sich um zwei irakische Staatsbürger (18/20) und einen 18-Jährigen, deren genaue Nationalität die Bundespolizei noch klärt. Zeugen hätten die Männer gut beschrieben, erklärt Ackert: „Alle drei haben eingeräumt, dass es eine Mutprobe war. Die Beamten leiteten Strafverfahren wegen des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.“

Bundespolizisten beschlagnahmen zwei Smartphones – als Tat- und Beweismittel. Außerdem wird das Trio, das in der Mitte der Landeshauptstadt wohnt, belehrt. Denn, so der Bundespolizei-Sprecher: Die Aktion der drei stelle eine „erhebliche Gefährdung“ dar.

Nach der Notbremsung wird die Bahnstrecke kurz gesperrt. 14 Züge verspäten sich um zusammen rund sechseinhalb Stunden.

Laut Strafgesetzbuch (Abschnitt: Gemeingefährliche Straftaten) kann der Gefährliche Eingriff in den Bahnverkehr mit Geldstrafe oder mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

Von Andreas Körlin