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BRAUNE SAUCE? Viele Hersteller bieten das Produkt an.

BRAUNE SAUCE? Viele Hersteller bieten das Produkt an.© Frank Wilde

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Diskriminierung

Muss die Zigeunersauce bald raus aus den Regalen?

Es ist ein bisschen wie der Kampf David gegen Goliath: Der kleine Verein „Forum für Sinti und Roma“ aus Hannover geht gegen die großen Hersteller von Zigeunersaucen vor und fordert diese auf, ihre Produkte umzubenennen. Diskriminierend, verletzend und rassistisch sei die Verwendung des Begriffes Zigeunersauce. Deshalb hat sich der Verein entschlossen zu handeln. Dessen Anwalt Dündar Kelloglu sieht Parallelen zum Negerkuss. NP-Redakteur Christian Bohnenkamp berichtet.

Hannover. Es war auf einem Grillfest, als Regardo Rose beschloss, dass er endlich etwas unternehmen müsse. Zum Fleisch gab es Ketchup, Senf - und Zigeunersauce. „Erst schicken sie uns als Zigeuner ins Gas, und dann machen sie auch noch Geld mit uns“, sagte Rose damals zu Leonhard Oehle, seinem Mitstreiter im hannoverschen Verein „Forum für Sinti und Roma“, deren Vorsitzender er ist.

Jedes Mal beim Einkauf im Supermarkt ärgere es ihn, wenn er die Zigeunersaucen im Regal stehen sehe. Da lag es nahe, gegen die großen Saucenhersteller wie Heinz, Kühne, Knorr oder Homann vorzugehen. „Es geht uns nur um Gerechtigkeit, nicht um Geld“, betont Rose. Der Begriff „Zigeuner“ sei verletzend, rassistisch und diskriminierend für Sinti und Roma. Damit müsse „endlich Schluss sein“, fordert der 59-Jährige.

Als der Rechtsanwalt Dündar Kelloglu von dem Vorhaben hörte, sagte er sofort seine Unterstützung zu - ehrenamtlich. Erfahrung hat Kelloglu mit den Themen Diskriminierung und Rassismus. Er ist Vorstandsmitglied im niedersächsischen Flüchtlingsrat. „Alle Sinti und Roma, mit denen ich gesprochen habe, finden es ganz schrecklich, dass diese Sauce immer noch so heißt“, sagt Kelloglu, der deshalb „dringenden Handlungsbedarf“ sieht.

„Jetzt sind die Unternehmen gefragt, einen Beitrag gegen den Alltagsrassismus zu leisten“, sagt der Anwalt, der zusammen mit seiner Kollegin Kerstin Rauls-Ndiaye im Auftrag des Sinti-und-Roma-Vereins ein Schreiben an die Saucenhersteller aufgesetzt hat.

Vergleichbar mit der Verwendung des Wortes „Zigeunersauce“ sei die früher verwendete Bezeichnung „Negerkuss“, heißt es in dem Schreiben. Dadurch seien Menschen mit schwarzer Hautfarbe diskriminiert worden. Inzwischen werde das Wort deshalb nicht mehr verwendet.

„Wir wollen ja niemandem seine Sauce wegnehmen. Wir möchten nur, dass sie einen anderen Namen bekommt“, betont Regardo Rose.


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