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Meine Stadt Musiker handelt mit Drogen
Hannover Meine Stadt Musiker handelt mit Drogen
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18:00 11.10.2018
VERURTEILT: Frank P. hat mit Drogen gehandelt. Anwalt Werner Siebers bewegte ihm zu einem Geständnis . Foto: Quelle: Nagel
Hannover

Er spielte Jazz und lebte wie ein Rock`n Roller. Doch im Landgericht gab am Donnerstag gab Richterin Britta Waldmann den Ton. Sie verurteilte Frank P. (58) zu zweieinhalb Jahren Haft wegen bewaffneten Drogenhandels. Da der Musiker abhängig von Chrystal Meth ist, muss er im Maßregelvollzug entgiften. „Es fing vor dreieinhalb Jahren an. Da habe ich bei einer Prostituierten Chrystal Meth probiert“, gestand Frank P. Als dann ein paar Tage später sein Vater gestorben war, sei das für ihn „wie ein Schlag gewesen“. Der Bassist rutsche in den Drogensumpf am Steintor.

Dealer abgehört

Bislang ist der Angeklagte nicht vorbestraft, hatte vorher auch nie Alkohol- oder Drogenprobleme. Der Fund der Polizei in der Lindener Wohnung steht im krassen Gegensatz dazu. Am 12. Juni 2018 stellten die Drogenfahnder sicher: drei Gramm Kokain, 59 Gramm Chrystal Meth, 75 Gramm Marihuana-Haschisch-Gemisch und 300 Gramm Marihuana. Vor allem das Chrystal Meth hatte mit 98 Prozent einen sehr hohen Wirkstoffgehalt. „Die weichen Drogen waren zum Weiterverkauf vorgesehen“, erklärte Rechtsanwalt Werner Siebers.

Die Polizei wurde durch zwei anonyme Briefe auf den bis dahin unbescholtenen Bürger aufmerksam. Und es lief ein Verfahren gegen den Berliner Dealer des Musikers. Als Frank P. am 12. Juni seine Lieferung erhielt, schlug die Polizei zu. Sie hatte die Telefone der Drogenhändler überwacht. Als sich der Angeklagte bei der Festnahme anzog, fand die Polizei einen Schlagring in seiner Hosentasche. In der Jacke steckte zudem Pfefferspray.

Angeklagten abgehört

Seinen Drogenkonsum habe er mit dem Verkauf von Marihuana finanzieren müssen. Er habe auch so viel Chrystal Meth gekauft, weil es auch beim Drogenhandel Mengenrabatt gebe. Dabei war Frank P. vermögend. Mit seinem Bruder verkaufte er das Haus seines Vaters. P. bekam 250 000 Euro. Mit dem Geld lebte er frei nach der Philosophie des einstigen schottischen Fußballstars George Best: Die Hälfte meines Vermögens habe ich für Autos und Frauen ausgegeben, den Rest habe ich verprasst. Nach gut drei Jahren hatte der Musiker 130 000 Euro durchgebracht..

Die Zwölfte Strafkammer ging von einem minderschweren Fall aus: keine Vorstrafen, Geständnis und Drogenabhängigkeit. Ansonsten hätte Frank P. mindestens fünf Jahre bekommen. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. So blieb dem Angeklagten der Auftritt in der Gefängnis-Big-Band erspart.

Von Thomas Nagel

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