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LEGTE EIN gESTÄNDNIS AB: Jan W. bereute seine kopflose Tat am 7. August 2017.

LEGTE EIN gESTÄNDNIS AB: Jan W. bereute seine kopflose Tat am 7. August 2017.
 © Foto: Heidrich

Prozess

Motorradfahrer vor Gericht: Der reumütige Raser

Er fährt gerne Motorrad. Mit seiner Freundin hinten drauf lieferte Jan W. (23) der Polizei eine filmreife Verfolgungsjagd. Anfangs war es Imponiergehabe, anschließend Panik. Beinahe hätte der Angeklagte ein zweijähriges Kind überfahren. Dafür musste er sich im Amtsgericht zur Verantwortung ziehen lassen. Mit der Tat riskierte der junge Mann seine Ausbildung.

Hannover.  Er wollte vor seiner Freundin angeben. Also drehte Jan W. (23) seine Honda (750 Kubik, 98 PS) an der Zoo-Kreuzung auf. Das war dumm, wie der Angeklagte am Donnerstag einräumte. Noch dümmer war es, weil auf der anderen Seite ein Polizeiwagen stand.

Die Polizisten jagten den flüchtigen Motorradfahrer und seine Freundin mit 120 Stundenkilometern über die Bernadott-Allee (List). Doch das Pärchen entkam. Im Eingangsbereich des Biergartens „Lister Turm“ hätte der Raser beinahe ein zweijähriges Kind und einen Hund überfahren. Das war am 7. August 2016 um 18.35 Uhr. Ein sonniger Sonntag, es herrschte Hochbetrieb im Biergarten. Glück für den Fahrer, dass niemand verletzt wurde. „Ich war in Panik“, erklärte der Angeklagte seine Flucht.

Dafür wurde der geständige Täter zu 1000 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze) und einem Monat Fahrverbot verurteilt. „Sie haben Glück gehabt, dass Sie Ihren Führerschein nicht abgeben brauchten“, sagte Amtsgerichtspräsident Götz Wettich. Er verurteilte den jungen Mann wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung. Eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße scheiterte an der Staatsanwältin. Der Angeklagte macht eine Ausbildung als Mechatroniker. Er hatte sichtlich Angst um seinen Führerschein. „Ohne ihn kann ich meine Ausbildung an den Nagel hängen“, sagte er. Jan W. zeigte sich reumütig. Er entschuldigte sich bei den Polizisten und den Leuten, denen er Angst eingejagt hatte.

Ein Polizist (32): „Ich war baff über ihr Verhalten. Sie haben sich mit ihrer Freundin abgeklatscht, nachdem Sie knapp an einem Kind und einem Hund vorbeigefahren sind. So jemand verdient keinen Führerschein.“ Der Angeklagte erklärte sein Verhalten mit Imponiergehabe, Adrenalin und Panik.

Richter Wettich glaubte Jan W. Ermahnte ihn aber auch: „So langsam müssen Sie erwachsen werden.“ Denn der junge Mann hat schon öfter über die Stränge geschlagen. Einmal prügelte er sich wegen einer Frau vor einer Disco, 2013 war er so besoffen, dass eine Ladenscheibe einschlug. Schnaps und Zigaretten vertilgte er direkt neben dem Tatort. Zumindest hat er es den Polizisten nicht schwer gemacht. Auch am 7. August fand ihn die Polizei an einer Ampel auf der Walderseestraße wieder.

Das Imponiergehabe hat Jan W. nichts genutzt. Die Beziehung mit seiner Freundin hat die Raserei nicht lange überstanden.

Von Thomas Nagel


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