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Moscheepläne: Passanten diskutieren über das Plakat© Decker

Hannover

Moschee am Kröpcke? Kunstprojekt sorgt für Irritationen

"Hier entsteht eine Moschee“: Mit dieser Ankündigung auf einem Baustellen-Plakat mitten im Zentrum von Hannover will das Schauspiel für ein Bühnenstück über den Moscheestreit in etlichen deutschen Städten werben.

 

 

Hannover. Passanten wurden am Donnerstag Zettel mit einem Foto der angeblich geplanten Moschee und Argumenten für und gegen das Projekt in die Hand gedrückt. „Wir wollen gucken, wie die Bürger dazu stehen und ob ein Diskussionsbedarf besteht“, sagte Schauspiel-Sprecherin Claudia Pahl. Das Theaterstück „MOSCHEE DE“ von Kolja Mensing und Robert Thalheim hat am 27. Februar Premiere.

 

 

 

Mit fragendem Blick betrachten Passanten die Grafik, die die bisher angeblich im Geheimen geplante Leipsuasch-Moschee (rückwärts gelesen: Schauspiel-Moschee) zeigt. „Das ist doch eine Veralberung, oder?“, fragt Theo Nitsch, der lange vor dem Plakat verweilt. „Kultur gehört dorthin, wo sie entstanden ist. Wird sie transportiert, ist sie fehl am Platz“, ist die Meinung des Hannoveraners. „Mit einer Moschee hätte ich kein Problem, mit Minaretten, von denen ein Imam die Einzigartigkeit Allahs preist, schon.“ Eine 72-Jährige, die ihren Namen nicht nennen möchte, schüttelt mit dem Kopf und murmelt: „Begeistert über den Bau wäre ich sicher nicht.“

 

 

 

Karl Schmieder ist zwar ausdrücklich nicht gegen den Bau, hält es aber für übertrieben. „Minderheiten sollten nicht mitten ins Zentrum. Es ist immer die Frage, wie sehr sich das ausweitet. Die Toleranz der Muslime ist umgekehrt sehr gering.“ Elisabeth Buza wäre für die Moschee: „Sie würde unser schönes Hannover doch nicht verderben“, sagt die gebürtige Ungarin.

 

 

 

Die Schauspiel-Mitarbeiter geben sich als Vertreter von Bürgerinitiativen aus, führen mit den Passanten kleinere Diskussionen. Den tatsächlichen Hintergrund - die Werbung für ein Theaterstück - lassen sie im Dunkeln. Sie verweisen auf eine Internetadresse, die auf den Handzetteln steht. Erst im Internet wird der Passant dann auf die Homepage des Theaterstücks geleitet werden.

 

 

 

Dramaturg Aljoscha Begrich glaubt nicht, dass die Bürger auf Anhieb die Aktion verstehen. „Ich selbst hätte vermutlich auch zuerst mal eine ablehnende Haltung, wenn ich hören würde, dass ein solches Projekt im Geheimen geplant wurde.“ Es gehe auch in dem Theaterstück „MOSCHEE DE“ nicht um ein ausdrückliches Dafür oder Dagegen und den automatischen Reflex, den die meisten vermutlich bei diesem Thema hätten. „Vielmehr werden die Menschen dahinter betrachtet“. Anlass für das Bühnenstück ist der Streit um den Bau einer Moschee in Berlin-Heinersdorf. Ausgehend davon sollen die Biografien der Menschen hinter den ideologischen Standpunkte deutlich werden.


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