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Polizist Dimitri Matwejew-Vutto (rechts) sucht am Hauptbahnhof nach Zeugen. Foto: Dillenberg

Zeugensuche

Mord in Bothfeld lässt 
viele Obdachlose kalt

Wie reagieren Hannovers Obdachlose auf den Mord an Aleksandrs B.? Die meisten lässt der Todesfall kalt - sie haben "andere Sorgen".

Hannover. In der Obdachlosenszene am Hauptbahnhof Hannover läuft das Leben, als sei nichts passiert. Der Mord an Aleksandrs B. (36) in einem Waldstück in Bothfeld vor eineinhalb Wochen (NP berichtete) interessiert dort niemanden. „Das ist hier eine ganz alltägliche Sonntagsnachricht“, sagt Alf (50), den alle Nichtsesshaften am Raschplatz „das Urgestein vom Bahnhof“ nennen. „Es ist zwar traurig“, so der 50-Jährige, „aber die Leute haben hier ganz andere Sorgen.“ In der Hoffnung, im Milieu neue Hinweise auf denjenigen zu bekommen, der den Letten eiskalt erschlug, verteilte die Polizei gestern neue Zeugenaufrufe am Hauptbahnhof. Immerhin gibt es seit Montag 3000 Euro Belohnung für den Tipp, der zur Ergreifung des Mörders führt.

Polizist Dimitri Matwejew-Vutto hängte gestern neue Plakate aus und sprach mit auch mit einigenTippelbrüdern. Er kann Russisch und sich so mit der osteuropäischen Fraktion im Bahnhof gut verständigen.

Viele haben den Toten irgendwie gekannt. Kennen bedeutet in der Obdachlosenszene allerdings nicht viel – maximal, dass einem das Gesicht des Toten bekannt vorkommt. Auch Alf war der Lette im Bahnhof aufgefallen: „Er war ein- oder zweimal hier“, so der gebürtige Kölner, der selbst seit 18 Jahren auf der Straße lebt. Mehrere Obdachlose berichten, dass der 36-Jährige häufiger mit Polen im Milieu zusammengehockt habe.

Die brennenden Fragen in dem Mordfall, wer B. zwischen Sonntag und Montag, 5. und 6. September, noch gesehen hat, mit wem er Kontakt hatte und wer ihn begleitete, kann am Hauptbahnhof wahrscheinlich niemand beantworten. Oder will es nicht. Die Aufklärung des Tötungsdelikts ist für die Mordkommission „Camp“ nicht gerade ein leichtes Unterfangen.

Inzwischen liegt auch das letzte Ergebnis der Obduktion von B. vor. Danach steht fest, dass der Osteuropäer unter Alkohol stand, als er im Wald an der Burgwedeler Straße zu Tode geprügelt wurde. Wer Hinweise im Mordfall Aleksandrs B. geben kann, sollte sich mit der Polizei unter Telefon 05 11/109 55 55 in Verbindung setzen. Britta Mahrholz


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