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Das Ende des Monopols machts nicht leichter: Schornsteinfeger bei der Arbeit.© ap

Handwerk

Monopol fällt: Hannovers Schornsteinfeger in Sorge

Das Ende des Schornsteinfegermonopols: Mehr Aufwand, mehr Pflichten, höhere Kosten – da sind sich Region und Innung in Hannover einig.

Im Jahr 2013 tritt das Schornsteinfegergesetz endgültig in Kraft. Es soll Wettbewerb in einen seit Jahrzehnten abgeschotteten Markt bringen, soll der EU-weiten Dienstleistungsfreiheit Vorschub verleihen und gilt Befürwortern als historischer Liberalisierungsschritt.

„Das wird komplizierter als bisher. Von Deregulierung kann man nicht reden“, urteilt dagegen Rainer Fiedler, Chef der Anlagenüberwachung der Regionsverwaltung. Und findet in Schornsteinfegerobermeister Gerhard Kahler einen Gleichgestimmten: „Der bürokratische Aufwand wird hier enorm gesteigert.“

Künftig muss die Region einen Feuerstättenbescheid an alle Haus- und Wohnungseigentümer erlassen (auch bei späteren Änderungen). Die künftigen „bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger“ (sind das sieben Jahre, dann müssen sie sich neu um den Bezirk bewerben) müssen überwachen, ob die im Bescheid festgelegten Arbeiten und Fristen eingehalten werden und ob die Arbeit von fachkundigen Firmen oder Fegerkollegen erledigt wurde.

Zusätzlich findet die Feuerstättenschau nun öfter statt. Auch wurde die Immissionsschutzverordnung geändert – so gelten etwa strengere Grenzwerte für die Abluft und die Schornsteinfeger müssen den Feuchtgkeitsgehalt von Brennholz für Kamin- und Kachelöfen messen. Die Eigentümer sind nun stärker in der Pflicht: Der Kaminkehrer kommt nicht mehr automatisch, man muss die Fristen und Aufgaben im Auge haben. All dies ist für Fiedler Grund zur Annahme, „dass wir viele Widersprüche bekommen, auch Klagen“ – was ebenfalls den Verwaltungsaufwand erhöhen werde.

Der Kehraus für das Bezirksmonopol lässt auch manch einen der 108 Mitarbeiter der 108 Bezirksfegermeister um seinen Job bangen. Denn die Pflicht, einen Angestellten zu haben, gibt es nicht mehr. Und wenn der Wettbewerb anläuft (damit rechnen Region wie Innung), wird der Kostendruck steigen – und der Einnahmekuchen kleiner. Dies alles und ein womöglich höherer Aufwand, weil die Kaminkehrer nun nicht mehr wie zu Zeiten des Bezirksmonopols nur von Haus zu Haus gehen können, sondern auch mal längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, wird sich laut Kahler „in den Preisen niederschlagen müssen“. Dass sich hier was tut, ist absehbar: ab 2013 gibt es keine festgesetzten Gebühren mehr für die normale Schornsteinfegertätigkeit.

Ein weiters Problem sieht der hannoversche Obermeister in der künftigen Doppelfunktion der Feger oder anderer zugelassener Fachleute (etwa ausgebildete Mitarbeiter von Heizungsbaufirmen): „Alle dürfen künftig auch Wartungsarbeiten machen. Und danach bescheinigen sie sich, dass alles ordnungsgemäß vor sich gegangen ist. Ich erwarte nicht, dass hier mit der Neutralität vorgegangen wird, wie bisher.“

(Ralph Hübner)


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