Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Moia: Fluch oder Segen für Hannover?
Hannover Meine Stadt Moia: Fluch oder Segen für Hannover?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:31 30.08.2018
Fährt seit vier Wochen im regulären Betrieb: der Fahrdienstleister Moia. Quelle: Franson
Hannover

Der Fahrgastdienst Moia – Fluch oder Segen für das Mobilitätsangebot in Hannover? Nach rund vier Wochen, in denen die VW-Tochter im regulären Be­trieb fährt, kann diese Frage mangels Daten zwar noch nicht beantwortet werden, doch Üstra, Regiobus, Stadtmobil Hannover und auch das Wirtschaftsministerium in Niedersachsen plädieren erst einmal für Gelassenheit und be­grüßen grundsätzlich alternative, umweltfreundliche Mobilitätsangebote. Nur Taxi- und Mietwagenverband sehen die Aktivität von Moia in Hannover mit Sorge – weil sie Kundenverluste befürchten.

Und die Politik? Die wollte die Anhörung im Rathaus als Auftakt verstanden wissen, das Mobilitätskonzept von Moia zu begleiten und später zu bewerten. Oberstes Ziel: den Individualverkehr und damit auch die Luftverschmutzung in Hannover reduzieren.

Moia sieht sich nicht als Konkurrenz

Ingmar Dathe, zuständig bei Moia für den Kontakt zur Politik, sagte, der Mobilitätsmix in Hannover sei weit davon entfernt, optimal zu sein: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr, sondern bieten eine neue Option an.“ Moia war Ende Juli mit 150 Fahrzeugen an den Start gegangen, ab 2020 dürfen es 250 sein. Zuverlässige Kundenzahlen liegen nach eigenen Angaben für Hannover noch nicht vor. Regiobus-Chefin Elke van Zadel sagte, man müsse anerkennen, dass der öffentliche Personennahverkehr individueller und flexibler werden müsse. „Wir begrüßen neue Mobilitätsangebote“, so van Zadel. Sie knüpfte den Weiterbetrieb von Moia aber an Bedingungen. Dazu gehören: Stopps an Bushaltestellen müssen weiter verboten sein, der Preis muss deutlich über dem im Nahverkehr liegen, und Moia dürfe lediglich als Ergänzung zum ÖPNV zum Einsatz kommen.

Üstra-Chef plädiert für Gelassenheit

Üstra-Chef Volkhardt Klöppner ergänzte, Moia sei für ihn nur Platzhalter für künftige und weitere Mobilitätsalternativen: „Moia ist eine Vorstufe dessen, was Mobilität in zehn Jahren sein wird. Alles, was neu ist, darf man nicht verdammen, sondern sollte gelassen reagieren.“

Es sei gut, dass es alternative Mobilitätsformen gebe – und nach ihrer Einschätzung sei Moia da eine Ergänzung, sagte Maaret Westphely von Stadtmobil Hannover: „Wir spüren keine negativen Auswirkungen.“

Taxibetreiber sind kritisch

Kritisch beäugt wird der Fahrdienst vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), der auch die Taxis vertritt. GVN-Geschäftsführer Gunter Zimmermann: „Wenn Moia mit den VW-Millionen in den Markt drängt, wird das das Ende für viele kleine Taxibetriebe bedeuten.“ Mit rund 600 konzessionierten Taxen sei Hannover jetzt schon überlastet.

Moia hat von der Stadt eine Konzession über vier Jahre be­kommen. Stadtkämmerer Axel von der Ohe sagt: „Wir freuen uns über dieses Angebot.“ Gleichwohl habe man den Betrieb an Bedingungen geknüpft, um allen Interessen gerecht zu werden.

Von Andreas Voigt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!