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Sicherheitsverwahrung

Mörder kommt frei - Schlappe für Richter in Hannover

Die Justiz in Niedersachsen muss Ende des Jahres einen Mann aus der Haft entlassen, der seine beiden Ehefrauen sowie einen Stiefsohn getötet hat.

Hannover. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die nachträglich Sicherungsverwahrung für den heute 49-Jährigen aufgehoben. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gibt es keine neuen Beweise für eine Rückfallgefahr. Der Mann sei schon bei seiner Verurteilung 1994 als gefährlich eingestuft worden. Damit hätte damals bereits die Sicherungsverwahrung angeordnet werden können.

Dass das Landgericht Hannover dies versäumte, war aus Sicht der Karlsruher Richter ein Fehler. Dieser könne aber im Nachhinein nicht korrigiert werden. Die Vorschriften zur nachträglichen Sicherungsverwahrung ließen dies nicht zu. Damit muss der Verbrecher auf freien Fuß kommen, sobald er seine Reststrafe aus der ersten Verurteilung verbüßt hat. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover ist das am 26. November der Fall.

Der 49-Jährige hatte im Jahr 1984 seine erste Ehefrau getötet. Das Landgericht Hildesheim verurteilte ihn dafür zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Diese Strafe musste der Mann nur teilweise verbüßen und wurde 1989 auf Bewährung aus der Haft entlassen. Er heiratete erneut, tötete im Mai 1993 aber auch seine zweite Frau und deren Sohn. Das Landgericht Hannover verurteilte ihn deshalb 1994 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Jahren. Diese Haftzeit hat er komplett abgesessen. Derzeit verbüßt der 49-Jährige den Rest der siebeneinhalb Jahre Haft von 1984.

Die Richter in Hannover gingen bereits bei der zweiten Verurteilung des Mannes davon aus, dass seine Persönlichkeitsstruktur Hintergrund der Taten war. Er sei „leicht kränkbar, unausgewogen in Durchsetzung und Passivität, ein auf die eigene Geltung bedachter Mensch mit einem ausgeprägten Bedarf an Anerkennung und Neigung zu impulsiv unbedachten Verhaltensmustern“, hieß es im Urteil von Januar 1994. Schon damals stellte das Gericht fest, dass der Mann „für künftige Partner eine erhebliche Gefahr“ darstelle. Die Sicherungsverwahrung schlossen die Richter dennoch aus. lni


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  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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