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Meine Stadt Mix aus Alkohol und Pillen beunruhigt
Hannover Meine Stadt Mix aus Alkohol und Pillen beunruhigt
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00:17 10.06.2017
Quelle: www.fotowilde.de
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Mindestens fünf Tabletten täglich, vielfach in einer Kombination, die sich in der Wirkung aufhebt oder beeinträchtigt. Dazu Bier, Wein oder noch Hochprozentigeres. Die Diakonie in Niedersachsen warnt davor, dass immer mehr alte Menschen Suchtprobleme haben. Mit einem Modellprojekt will sie gegensteuern.

In drei Regionen des Landes, im Raum Osnabrück, Celle sowie Diepholz/Sulingen beschäftigen sich Netzwerke mit dem Tabuthema. In stationären und ambulanten Altenpflegeeinrichtungen übten Mitarbeiter. eine Suchtproblematik bei Ärzten, Angehörigen und Betroffenen anzusprechen. Teilweise wurden im Sechs-Wochen-Abstand Medikamentenpläne überprüft. Am Ende konnten etliche Pillen schlicht abgesetzt werden

Diakoniedirektor Christoph Künkel wünscht sich eine Mitfinanzierung der Krankenkassen, um das Projekt landesweit anbieten zu können. Der Bedarf sei da, so Frank Pipenbrink, Geschäftsführer eines Altenhilfe-Fachverbandes: „Da kommt ein Tsunami auf uns zu.“

Nach einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums zeigen etwa 14 Prozent der Menschen, die von ambulanten Pflegediensten oder in stationären Altenheimen betreut werden, einen problematischen Alkohol- oder Medikamentenkonsum. Projektbeteiligte berichten, Ausfallerscheinungen älterer Menschen wie Stürze, Schwindel oder Verwirrtheit würden zu oft dem Alter zugeschrieben und nicht mit Alkohol oder Medikamenten in Verbindung gebracht. Vor allem einsame Menschen seien gefährdet, meint Künkel. Oft genug stehe inzwischen am Anfang geriatrischer Hilfe erst mal eine Entgiftung.

Weil das Ausmaß von Sucht im Alter unterschätzt wird, will die Diakonie für mehr Sensibilität werben. Dazu bietet sie am Mittwoch, 14. Juni, von 9.30 bis 15.30 Uhr eine Fachtagung im Annastift an.

Pipenbrink und Andrea Strodtmann von der evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen hoffen, dass Erfahrungen und Ergebnis der drei Modellprojekte Nachahmer finden. Deren Arbeit werde inzwischen durch regionale Stiftungen weiter finanziert.

Von Vera König

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