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Meine Stadt Mit Sicherheit in die Motorrad-Saison
Hannover Meine Stadt Mit Sicherheit in die Motorrad-Saison
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00:16 18.04.2013
ÜBUNGSSACHE:Zwischen den Einheiten gibt es Manöverkritik von Trainer Denecke. Quelle: Frank Wilde
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Laatzen

„Das ist keine Haltestange, sondern ein Lenker“, ruft Mario Denecke, „setzt euch an den Tank, Arme locker und leicht gebogen.“ Die Haltung macht den Biker. Es geht nicht um Ästhetik sondern um Sicherheit. Denecke ist Motorradtrainer beim ADAC. Er will seinen Schülern beim Fahrsicherheitstrainig helfen, das richtige Gefühl für ihre Maschinen zu bekommen.

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Mit den ersten Frühlingstagen werden auch die Motorräder aus ihrem Winterschlummer geweckt. Scharen von Bikern tummeln sich bevorzugt an Wochenenden auf den Straßen. Autofahrer müssen sich wieder auf die zusätzlichen Verkehrsteilnehmer einstellen. Und auch die meisten Motorradfahrer brauchen nach monatelanger Pause eine Eingewöhnungsphase auf zwei Rädern.

Umso mehr, wenn die Pause sogar etliche Jahre gedauert hat. Robert Knörk ist ein typischer Biker seiner Generation. Mit 20 ist er das erste Mal Motorrad gefahren. Heute ist er 49 - und hat 15 Jahre lang keine Maschine angefasst. „Damals wurde meine Tochter geboren“, erzählt er. Das Risiko, dass sie durch einen Unfall ihren Vater verlieren könne, war ihm und seiner Frau zu groß.

Doch Kinder werden groß, und alte Lüste verlieren nicht an Reiz. „Ich hab mir jetzt einen Traum erfüllt“, sagt Knörk, „ich hab in den Kleinanzeigen gestöbert, und da sah ich sie.“ Sie, das ist eine gebrauchte BMW F 650 GS. Elegant und sportlich, nur nicht zu sehr. Mit ihren 50 PS bringt es die 650-Kubik-Maschine auf Tempo 160.

Knörk ist einer von vier Teilnehmern an diesem Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Gelände in Laatzen. Alle etwa im gleichen Alter mit langen Pausen. Christian Voges kommt sogar auf 36 Jahre ohne Fahrpraxis. Nach so langer Zeit ist vieles eingerostet, auch die Reflexe.

Die geringe Teilnehmerzahl liegt an der unsicheren Wetterlage. Niemand konnte den Sommereinbruch gestern vorausahnen. „Am Wochenende haben wir die maximale Gruppenstärke von zehn Teilnehmern“, so Trainer Denecke. Die Gruppe um Knörk aber sei ziemlich typisch: Wiedereinsteiger ab 40 aufwärts. Die Maschinen entsprechend: dreimal BMW und einmal Harley.

Die Teilnehmer frischen nicht nur Vergessenes auf. Sie lernen auch Dinge, die für sie neu sind. Besonderen Wert legt Denecke auf das Lenken. „Ihr macht das ja alle richtig“, sagt er, „ihr wisst es nur nicht.“ Er will erreichen, dass es ihnen bewusst wird, damit sie im Gefahrenfall sicher reagieren können.

Denecke räumt auf mit der alten Mär des Körpereinsatzes. Der Körper geht zwar in der Kurve auf die Seite, „ihr übt dabei aber Druck auf den Lenker aus“. Und dieser Druck ist es, der die Richtung vorgibt. Kurven fahren funktioniert beim Motorrad über paradoxes Lenken. Ein Druck auf die linke Seite des Lenkers, die Maschine neigt sich nach links und fährt in diese Richtung.

Robert Knörk will sich das genauer zeigen lassen. Er steigt hinter dem Trainer auf den Sozius und lässt es sich aus Beifahrerperspektive vorführen. Denecke nimmt beide Hände vom Lenker und drückt mit der rechten kurz dagegen, um rechts an einem Hütchen vorbeizufahren. Im Ernstfall wird aus dieser Methode der Lenkimpuls, ein kräftiger Druck auf die Lenkstange, die Maschine geht in Schräglage während der Körper aufrecht bleibt. Hinter dem Hindernis kann sich das Motorrad schnell wieder aufrichten.

Slalom und Kurven fahren, Hindernissen ausweichen, Bremsübungen auch auf nasser Fahrbahn - die Biker erwartet in ihrem achtstündigen Training ein volles Programm. „Danach werde ich sicher ein besseres Gefühl für meine Maschine haben und entspannter unterwegs sein“, hofft Knörk.

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