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STARKE FRAUEN BEI DEN UN:
Menschenrechtlerin Düzen Tekkal
(links) stellt Amal Clooney das
geistige Oberhaupt der Jesiden,
Baba Sheikh, in New York vor.© privat

Menschen

Mit Frau Clooney gegen den IS

Die Menschenrechtsaktivisten und Journalistin Düzen Tekkal, aufgewachsen in Hannover-Linden, verfolgte bei den Vereinten Nationen in New York die Ernennung von Nadia Murad zur Sonderbotschafterin der UN. „Es ist das erste Mal seit Bestehen des Jesidentums, dass wir gehört werden“, sagte Tekkal. In New York traf sie auch Amal Clooney, Gattin von Hollywood-Star George Clooney – und Juristin auf dem Gebiet von Menschenrechten.

Hannover. Sie ist mit dem Körper zwar wieder in ihrer Wahlheimat Berlin, ihre Gedanken haben die Rückreise über den Atlantik aber noch nicht angetreten: „Ein wahnsinnig aufregender Trip mit wahnsinnig vielen Begegnungen“, fasst Düzen Tekkal (38) ihren einwöchigen New-York-Aufenthalt zusammen. Die Menschenrechtlerin war in die US-Metropole gereist, um bei der Ernennung der ehemaligen IS-Geisel Nadia Murad (23) zur Sonderbotschafterin dabei zu sein.

„Das Ganze war auch eine Bestätigung meiner Arbeit. Mein stetiger Kampf um Aufmerksamkeit und um das Thema auf die Situation der Jesiden zu lenken, hat sich gelohnt“, so die 38-Jährige. Das ist auch der Tenor der Nachrichten („eine wahre Flut“), die sie nun erreichen. „Es ist das erste Mal seit Bestehen des Jesidentums, dass wir gehört werden. Und es ist bereits der 72. Völkermord an unserer Religionsgemeinschaft.“

Mit Murad hat die Volksgruppe nun ein mehr als authentisches Sprachrohr, „das dafür geboren ist, die Botschaft weltweit kundzutun. Sie hat ihre Aufgabe gefunden und verinnerlicht“, sagt die Journalistin über den Menschen, der eine Art Schützling für sie ist. Tekkal hat Murad vor zwei Jahren mit ihrem Film als Erste „eine Stimme gegeben“. Die erschütternde Geschichte der jungen Frau gelangte so über Deutschland bis zu den Vereinten Nationen.

„Wir lernten uns im Niemandsland, in der Hölle kennen, und plötzlich stehen wir in New York zusammen. Unser Wiedersehen war herzlich, innig, fast surreal“, erzählt die Jesidin, die nicht nur journalistisch arbeitet, sondern auch unermüdlich ihre (persönliche) Mission erfüllt und dafür den Verein „Háwar“ gegründet hat: „Aus einem Albtraum wurde irgendwie ein Traum.“

Und wie im Traum muss es ihr wohl vorgekommen sein, Amal Clooney (38) zu treffen. „Eine großartige Frau, die umgänglich ist, unkompliziert, demütig und stark zugleich“, beschreibt Tekkal die Anwältin, „sie gibt der Geschichte auch eine ganz andere Relevanz. Sie gibt dem dunklen Thema Licht.“

Die Gattin von Hollywood-Beau George Clooney (55) vertritt Murad juristisch und hielt im UN-Gebäude auch eine Rede, die die NP Freitagabend live im Internet verfolgte: „Sie ist nicht nur meine Klientin, sie ist eine Freundin geworden“, erklärte die Juristin, die sich auf Internationales Recht, Menschenrechte sowie Auslieferungs- und Strafrecht spezialisiert hat. „Ich wünschte mir, ich könnte heute stolz sein“, ergänzte Clooney, „aber ich schäme mich – als Anwältin, als Frau, als Mensch. Aber ich bin stolz darauf, neben dieser Frau zu sitzen.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (72) bezeichnete Murad, die sich während des Festaktes Tränen aus den Augen wischte, als „kämpferische und rastlose Verfechterin des jesidischen Volkes, die viele Menschen zu Tränen gerührt hat“. Die 23-Jährige, die drei Monate in IS-Gefangenschaft war, missbraucht wurde und 44 ihrer Familienangehörigen verlor, hat ein konkretes Ziel vor Augen: „Ich hoffe, dass die jesidischen Frauen und Kinder ein normales Leben, ein Leben mit Respekt führen können.“

Das wünscht sich Menschenrechtlerin Tekkal auch, jedoch ist mit dem besonderen Ereignis für sie längst nicht Schluss: „Die Arbeit geht jetzt richtig los. Da draußen gibt es noch tausende Nadias, um die wir uns kümmern müssen.“

Die eine, Nadia Murad, wird unterdessen als nächste Friedensnobelpreisträgerin gehandelt. Und Düzen Tekkal ist sich sicher: „Sie wird es auch werden.“

Von Mirjana Cvjetkovic


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