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Meine Stadt Misburger Bad: Welche Schuld trägt die Stadt?
Hannover Meine Stadt Misburger Bad: Welche Schuld trägt die Stadt?
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00:16 12.08.2016
SANIERUNGSFALL: Das Misburger Bad ist ein Millionengrab für die Stadt. Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Wie am Dienstag berichtet, hat ein von der Stadt beauftragter Gutachter festgestellt, dass bei der Sanierung 2007 durch den damaligen privaten Betreiber „s.a.b.“ nicht nur erhebliche statische Mängel, sondern auch eklatante Schäden bei der Technik aufgetreten sind. Seit Oktober 2015 ist das Misburger Bad deshalb bis auf Weiteres dicht. Abriss oder Neubau? Die Stadt sucht derzeit nach einer Lösung. Ein Neubau würde gut 20 Millionen Euro kosten, eine Sanierung 16.5 Millionen Euro, so der Gutachter, der seine Ergebnisse am Montagabend der Politik vorgetragen hatte.

„Die Landeshauptstadt muss erklären, weshalb sie die schweren Schäden an der Gebäudesubstanz und -technik nicht schon während der Bauarbeiten oder spätestens bei der Übergabe durch eigene Fachleute festgestellt hatte. Versäumnisse bei der Kontrolle des öffentlichen Vermögens sind offensichtlich und müssen Konsequenzen haben“, fordert der Landesvorsitzende Bernhard Zentgraf. Die Stadt dürfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen - und müsse eigene Verantwortlichkeiten für das Desaster klären.

Bereits Ende 2015 hatte die Stadt schriftlich erklärt, dass sie die Sanierung am Bad 2007/2008 einmal monatlich mit insgesamt 14 Baufortschrittskontrollen überwacht habe. Zudem habe ein staatlich zugelassener Prüfingenieur für Baustatik sechs Abnahmen vorgenommen. Die Stadt damals: Arbeiten an der Statik wurden ohne vorherigen Bauantrag durch die Firma durchgeführt und seien bei den Rundgängen nicht sichtbar gewesen. Zu den jüngst entdeckten Schäden an der Haustechnik - der Gutachter spricht von „Totalschaden“ - sagte ein Stadtsprecher am Dienstag: „Das haben wir so nicht eingeschätzt. Das ist die Sichtweise des Gutachters, die wir jetzt mit unseren Leuten überprüfen.“

Der Bund der Steuerzahler kritisierte außerdem, dass die Stadt auch nach der Privatisierung gut 1,6 Millionen Euro für Betriebskosten zuschießen musste, obwohl der laufende Betrieb in privater Regie eigentlich kostendeckend sein sollte. Die ursprünglichen Pläne hätten vorgesehen, dass die Landeshauptstadt nur den Komplett- umbau mittels jährlicher Sanierungskostenzuschüsse finanziere. Und: mit dem Nord-Ost-Bad und dem Anderter Bad stehen andere städtische Hallenbäder im Osten Hannovers zur Verfügung - und ab Frühjahr 2017 die Wasserwelt in Langenhagen.

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