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Hannover

Misburger Bad: Stadt rechnet mit einer Klage

Die Stadt richtet sich auf eine gerichtliche Auseinandersetzung bei ihren Regressforderungen beim gigantischen Baupfusch rund um die Sanierung des Misburger Bades ein. „Das Beweisverfahren wird von uns vorbereitet“, sagte der städtische Justiziar Conrad Rudolf Finger gestern im Sportausschuss.

Hannover. Man habe die beiden Firmen „s.a.b.“ als damaligen Betreiber und Pellikaan als Generalunternehmer inzwischen angeschrieben und ihnen eine Frist eingeräumt, innerhalb derer sie freiwillig die Regressforderungen der Stadt Hannover erfüllen können. „In der Regel machen das Firmen aber nicht“, so Finger weiter.

Wie berichtet, hat es beim Umbau des Misburger Bades in den Jahren 2006 bis 2008, einem 13,5-Millionen-Euro-Projekt, einen in Hannover noch nie da gewesenen Baupfusch durch „s.a.b.“ und Pellikaan gegeben. Die ausführende Baufirma entfernte nach Schilderungen der Stadt beim Umbau unter anderem tragende Wände und Böden, belastete dafür andere, nicht tragende und nahm eine Vielzahl unzulässiger Bohrungen und Durchbrüche vor, so dass es zu zahlreichen Schäden an der Bausubstanz des Gebäudes kam. Die Stadt übernahm das Bad im September 2014 dann wieder von der Firma „s.a.b.“ und schloss es kurz danach - weil sie da erste Baumängel festgestellt hatte.

„Wir sichern gerade Beweise im Misburger Bad, um später Fragen des Gerichts klären zu können“, führte OB Stefan Schostok weiter aus. Der OB beantwortete gestern ebenfalls Nachfragen, die die CDU-Ratsfraktion vor der Ausschusssitzung schriftlich an die Stadt gestellt hatte. Zudem hatten SPD und Grüne im Rat jüngst umfänglich Akteneinsicht zum Misburger Bad genommen.

Vor allem drehten sich die Fragen der Politik um die Tatsache, dass der Pfusch unbemerkt blieb. Nach Ausführungen von Brigitte Bourscheidt, Leiterin des Fachbereichs Gebäudemanagement, hatte es im Vier-Wochen-Rhythmus 14 Kontrollbesuche von der Stadt und sechs von einem Prüfstatiker gegeben. Das Problem: „Das, was zum Desaster geführt hat, war in den Bauunterlagen nicht verzeichnet.“

Der OB kündigte noch an, dass es in Misburg weiter ein Bad geben und das millionenschwere Finanzvolumen nicht zu Lasten anderer Bäder gehen solle: „Bis Mai wollen wir entscheiden, ob eine erneute Sanierung möglich ist oder ob ein Abriss mit Neubau der Immobilie vorgenommen werden muss.“ Zwischen 2016 und 2020 solle dann an dem Bad gearbeitet werden.


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