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Meine Stadt „Mir wurde ein Stück Herz rausgerissen“
Hannover Meine Stadt „Mir wurde ein Stück Herz rausgerissen“
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22:00 23.03.2018
Hainholz: Stiven V. vor dem Wohnhaus im Prußweg 5, wo seine Großmutter getötet wurde. Der Mörder läuft weiter frei herum. Quelle: Wallmüller
Hannover

Der 10. Mai 2017. Stiven V. (Name geändert) will kurz nach 8 Uhr seine Großmutter besuchen. Der 42-Jährige schließt die Wohnung von Etya V. (91) im Prußweg 5 (Hainholz) auf. „Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt“, erinnert er sich. Ihn macht stutzig, dass seine Oma die Türkette von innen nicht vorgelegt hat. Dann findet er die 91-Jährige im Wohnzimmer. Tot. „Ich habe Blut gesehen. Ich war in Panik“, berichtet der Mann. Erst nach und nach realisiert er, dass Etya V. ermordet wurde. Von wem, das weiß Stiven V. bis heute nicht. Das Verbrechen an der alten, wehrlosen Frau ist eines von 83 Tötungsdelikten seit Ende der 40er Jahre im Bereich der Polizeidirektion Hannover, das nicht aufgeklärt wurde. Den Enkel quält es, nicht zu wissen, wer seine Großmutter umgebracht hat. Wie sich das anfühlt, beschreibt er so: „Es ist, als wurde mir ein Stück Herz rausgerissen.“

Es konnte kein Unfall gewesen sein

Stiven V. fällt es schwer sich, an die Einzelheiten zu erinnern, nachdem er seine Oma tot gefunden hat. Er hat den Notarzt gerufen. Es kamen auch Rettungswagen und die Polizei. Alle liefen durch die Wohnung von Etya V. Auch der 42-Jährige: „Ich wusste ja anfangs nicht, dass das ein Tatort ist.“ Erst am Nachmittag dämmerte ihm, dass „das kein Unfall gewesen sein konnte“. Seine Großmutter war erschlagen worden. Mit einem Hammer – an dem war auch fremde DNA gefunden worden ist. Ein Nachbar geriet unter Verdacht. Er wurde festgenommen und saß wochenlang in U-Haft.

Dann wurde der Mann wieder freigelassen. Von ihm waren keine weiteren Spuren in der Wohnung des Opfers gefunden worden – damit ist es eher unwahrscheinlich, dass er derjenige ist, der die Rentnerin umgebracht hat. Ein halbes Jahr vor dem Verbrechen an Etya V. war bereits eine Seniorin brutal in ihrer Wohnung überfallen worden. Ebenfalls in Hainholz. Sie liegt seither im Koma. Zwei Wochen nach dem Mord an Etya V. gab es einen Angriff auf einen Mann (96) in Stöcken. Er ist inzwischen an seinen schweren Verletzungen gestorben. Auch diese beiden Taten wurden bislang nicht aufgeklärt.

Motiv: Geld?

Immer wieder zerbricht sich Stiven V. den Kopf, wer seine Oma getötet hat. Und welches Motiv der Killer hatte. „Geld“, vermutet der 42-Jährige. Demnach wäre Etya V. einem Raubmord zum Opfer gefallen.

„Sie hatte ihr ganzes Geld zu Hause“, sagt der Enkel. Seine Großmutter vertraute den Banken nicht. Das liegt an ihrer Herkunft: „Das ist bei vielen älteren Menschen so, die aus der früheren So­wjetunion kommen.“ Etya V. und ihr Enkel stammen aus der Ukraine, sie kamen 1995 nach Deutschland. Die Mutter von Stiven V. siedelte damals nicht mit um. „Meine Oma war für mich eine Ersatzmutter“, erklärt der Mann. Das macht es für ihn noch unerträglicher, dass ihr Mörder weiter frei rumläuft.

Ein Versteck und kein weiterer Cent

Nach dem Verbrechen fand die Polizei in der Wohnung ein einziges Geldversteck – und an keiner anderen Stelle einen weiteren Cent. Dass die 91-Jährige ihre Ersparnisse verprasst haben könnte, schließt Stiven V. aus. Er ist überzeugt, dass seine Großmutter we­gen ihres Geldes sterben musste.

In ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss hat sich die alte Dame immer sicher gefühlt. Es gab Tage, an denen sie sogar ihre Eingangstür einen Spalt offen stehen ließ. „Das war ihre Variante zu lüften“, erinnert sich der Enkel. Ihm missfiel das sehr. Er hat seiner Großmutter häufiger gesagt, dass sie die Tür geschlossen lassen muss. Ob sich ihr Mörder so in die Wohnung schlich? Niemand weiß es. Möglich ist auch, dass sie den Täter reinließ.

Wann? Ebenfalls ungewiss. Auf dem Totenschein von Etya V. steht als Todeszeitpunkt 8. bis 10. Mai 2017. „Schlimm ist, nicht einmal zu wissen, wann sie gestorben ist“, sagt der 42-jährige. Auf dem Grabstein seiner Oma soll dennoch ein konkretes Datum stehen. „Es wird der 9. Mai 2017 sein“, sagt Stiven V. Aus seiner Sicht ist es der wahrscheinlichste Todestag.

Von Britta Mahrholz

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