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Meine Stadt Ministerpräsident Weil stellt sich Fragen von 170 Schülern
Hannover Meine Stadt Ministerpräsident Weil stellt sich Fragen von 170 Schülern
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00:16 05.05.2017
DISKUSSION: Stephan Weil (Mitte) und Prof. Ulrike Guérot (links auf dem Podium) stellen sich im Sparkassen-Forum den Fragen der 170 Schüler. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

Elftklässler aus 17 Europaschulen aus ganz Niedersachsen waren in das Sparkassen-Forum am Schiffgraben gekommen, insgesamt rund 170 Jugendliche. Ein interaktives Tool ermöglichte dabei die Teilnahme per Handy. Die Schüler schickten ihre Fragen per Internet an eine Cloud. So konnte Moderator Tim Schlüter an Hand der Häufung bestimmter Stichwörter genau erkennen, was ihnen unter den Nägeln brannte.

Neben Weil als Vertreter der Politik stand die Sozialwissenschaftlerin und Europaexpertin Prof. Ulrike Guérot von der Donau-Universität Krenz als Vertreterin der Forschung auf dem Podium für Antworten zur Verfügung.

Als drängendstes Problem erschien den Jugendlichen die Gefahr, dass nach dem Brexit auch Frankreich aus der EU austreten könnte, sollte Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl gewinnen. Ein Risiko, das sowohl Weil als auch Guérot als gering einschätzen. „Wie soll das überhaupt gehen?“ fragte die Wissenschaftlerin und verglich die Wirtschaft der Europäischen Union mit den Locken einer Rastafari-Frisur, die sich nicht mehr entflechten ließen.

TEILNAHME PER HANDY: Die Schüler stellten ihre Fragen übers Internet. Ein Programm ermittelte, wie häufig bestimmte Stichworte auftauchten und stellte so eine Gewichtung her. Quelle: Behrens

Dennoch sei nicht alles falsch, was die EU-Kritiker sagten. „Die Eurozone, so wie sie ist, kann nicht funktionieren“, betonte die Forscherin. „Dieses Wissen konnten wir aber noch nicht in die Politik transportieren.“ Europa müsse sich als Republik konstituieren, in der die Bürger und nicht der Staat im Mittelpunkt stünden. „Wir haben einen Markt, wir haben eine Währung, wir brauchen eine Demokratie.“

Ein Gedanke, den Weil zwar „charmant und als politisches Ziel richtig“ ansah, bei der praktischen Umsetzung jedoch skeptisch blieb, insbesondere wenn die Vision zu sehr in Richtung direkter Demokratie ging. „Volksentscheidungen sind richtig schwierig“, erinnerte er etwa an das Scheitern eines gemeinsamen Verfassungsentwurfs.

Die Rechtsentwicklung in einigen östlichen Mitgliedsstaaten, der erstarkende Rechtspopulismus, das schwierige Verhältnis zur Türkei oder die Flüchtlingskrise warfen weitere Fragen auf. Europa sei eine schwierige Geschichte betonte Weil zum Schluss, und die Welt sei auch nicht leichter. Aber wenn man nicht selbst etwas mache, garantiere dies nur, dass es so laufe, wie andere es wollten, sagte er und appellierte damit an die Jugendlichen, sich in der Politik zu engagieren.

Bei den Schülern kam die Veranstaltung gut an, auch wenn die gehörten Argumente nicht für alle neu waren. Die Teilnahme über die virtuelle Plattform stieß indes nicht nur auf Begeisterung. „Ich hatte gehofft, wir hätten persönlich mit Weil reden können“, sagte Nikita Chlebzewitsch von der hannoverschen Goetheschule. „Dann hätten wir Argumente austauschen können.“ Dass dies mit 170 Teilnehmern allerdings schwierig geworden wäre, war ihm auch klar.

Von Andreas Krasselt

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