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Meine Stadt Mieteraufstand im Zoo-Viertel
Hannover Meine Stadt Mieteraufstand im Zoo-Viertel
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00:16 12.09.2016
PROTEST: Die Bewohner dieses Hauses befürchten kräftige Mieterhöhungen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

1952 war der Block errichtet worden. Einige der Wohnungen haben bereits kleinere Balkone zur Straßenseite. Vor den Nachkriegsbauten gibt es große grüne Vorgärten mit Rasen und Büschen. Der großzügige Hinterhof ist begrünt und zudem ein beliebter Treffpunkt für Mieter. In den fünf Mehrfamilienhäusern leben Studenten, Jüngere, Ältere, Rentner und Behinderte im Alter zwischen eins und 86 gern zusammen.

30 Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen gehören zur Vonovia-Anlage, 28 sollen vermietet sein. Das Wohnungsunterneh-men will alle Wohnungen mit großen Balkonen zum Hinterhof ausrüsten, bereits angekündigt sei auch eine Mieterhöhung von elf Prozent, sagen Mieter.

Die könne sie nicht bezahlen, betont Edith Tewes. Die 69-Jährige ist zu 90 Prozent schwerbehindert – und hat bereits einen Balkon an ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung: „Ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Die Angelegenheit belastet mich, ich habe Schlafstörungen.“

Ähnlich geht es Waltraud Fischer. Die 85-Jährige lebt bereits seit 52 Jahren in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit Balkon. Fischer steht in ihrer kleinen Küche im ersten Obergeschoss, stützt sich auf ihren Stock und sagt: „Ich wäre froh, wenn ich hier wohnen bleiben könnte.“ Und wenn das Küchenfenster einer Balkontür weichen müsse, die – das habe Vonovia angekündigt – nach innen zu öffnen sei, dann könne man sich doch in dem kleinen Raum kaum noch richtig bewegen.

Ein anderer Mieter berichtet, dass ein Bauleiter gesagt haben soll, wer sich die Mieterhöhung nicht leisten könne, müsse halt ausziehen. Was Edith Tewes so kommentiert: „Man spielt mit der Angst der Mieter. “Einige haben sich bereits von Rechtsanwälten beraten lassen. Dabei hätten die Gesetzesexperten unter anderem gewarnt, auf die elfprozentige Mieterhöhung könne eventuell noch eine 20-prozentige folgen. Die fürchtet auch Stella Stante. Die 33-Jährige ist alleinerziehend, hat einen achtjährigen Sohn und ist im sechsten Monat schwanger.

Drei Mieter gelten nach eigenen Angaben aufgrund gesundheitlicher Behinderungen als sogenannte Härtefälle. Sie könnten mit einer einstweiligen Verfügung vermutlich sogar einen Baustopp erreichen. Hans-Joachim Fiek (58) ist einer von ihnen: „Ich bin zu 100 Prozent schwerbehindert und Rentner. Wenn es zu einer Mieterhöhung kommt, müsste ich ausziehen.“

Andreas Körlin

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