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SPURENSICHERUNG:Die Polizei bei der Tatortaufnahme. Die Beamten ermitteln wegen versuchten Totschlags.

SPURENSICHERUNG:
Die Polizei bei der
 Tatortaufnahme. Die
 Beamten ermitteln wegen versuchten Totschlags.© Dillenberg

Hauptbahnhof Hannover

Messerstecherei: Familien-Fehde als Motiv?

Eine Fehde zwischen Mitgliedern zweier Familienclans ist offenbar der Hintergrund der blutigen Messerattacke am Sonntag am Hauptbahnhof. Bei dem Streit soll es um eine Frau gegangen sein.

Hannover. Zwei Männer (27, 28) waren kurz vor 19 Uhr durch Stiche in den Oberkörper schwer verletzt worden. Die Polizei nahm im Laufe des Abends drei Verdächtige (20, 26, 28) fest. Den Jüngsten musste sie gestern wieder laufen lassen. Auf der Flucht ist noch ein 31-Jähriger, gegen den dringender Tatverdacht besteht. Nach NP-Informationen gehören alle Beteiligten der Gruppe der Mhallamiye-Kurden (M-Kurden) an. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge bestätigte gestern lediglich, dass die beiden Verletzten M-Kurden sind.

Und so hatte alles anfangen: Die Männer hatten sich in einem Eiscafé am Ernst-August-Platz getroffen. Dort fingen sie lautstark zu streiten an - angeblich wegen einer Frau. Nachdem die Beteiligten das Lokal verlassen hatten, verlagerte sich die Auseinandersetzung laut Polizei ans andere Ende des Hauptbahnhofs. Vor dem Eingang Rundestraße eskalierte die Lage. Der 27- und der 28-Jährige erlitten Stichverletzungen: Der Jüngere wurde im Rücken getroffen, bei dem Älteren die Lunge durchstochen. Der 28-Jährige schwebte in akuter Lebensgefahr.

Dennoch schaffte er es, sich zurück zum Bahnhofseingang am Ernst-August-Platz zu schleppen. Dort brach er zusammen. Den 27-Jährigen fand die Polizei auf dem Bürgersteig am Ort der Messerstecherei an der Rundestraße. Nach stationärer Behandlung wurde er gestern wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Der Zustand des 28-Jährigen hat sich nach Angaben der Polizei stabilisiert. Nach NP-Informationen gehören die beiden zu einem M-Kurden-Clan in Hannover.

Kurz nach dem Messerangriff hatte die Polizei den 20- und den 28-jährigen Verdächtigen gefasst, gegen 23.50 Uhr wurde auch der 26-Jährige festgenommen. Bei dem 26- und dem 28-Jährigen handelt es sich um Brüder. Gegen den flüchtigen 31-Jährigen und die Brüder wurden gestern Haftbefehle beantragt. Die Männer sollen zu einer Großfamilie gehören, die im Bereich Salzgitter lebt.

Nach Informationen der NP befürchtet die Polizei Racheaktionen von Angehörigen der beiden Verletzten. Hintergrund: M-Kurden verstehen Angriffe auf einzelne Mitglieder ihres Clans als Attacke auf die ganze Familie, deren Ehre nur mit Vergeltungstaten wiederhergestellt werden kann.

In Niedersachsen war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu blutigen Streitigkeiten zwischen Großfamilien gekommen, die auch tödlich endeten: So war es beim sogenannten Sarstedter Ampelmord in der Neujahrsnacht 2012. Um Blutrache ging es auch 2014 bei einer Schießerei vor einem Krankenhaus in Lüneburg. 2016 hatte in Hameln ein Verbrechen an einer jungen Frau für Entsetzen gesorgt: Ihr Ex-Lebensgefährte schleifte die 28-Jährige mit einem Seil um den Hals hinter seinem Auto durch mehrere Straßen. Motiv könnte ein Sorgerechtsstreit gewesen sein. Beide Beteiligten gehören zur Gruppe der M-Kurden.


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  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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