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MESSERANGRIFF 1: In Kleefeld stach Dienstagabend ein 25-Jähriger einen Bekannten nieder.

MESSERANGRIFF 1: In Kleefeld stach Dienstagabend ein 25-Jähriger einen Bekannten nieder.
 © Foto: Elsner

Kriminalität

Messerstecher in Südstadt und Kleefeld: Mehr Taten verzeichnet

Noch immer gibt es keine Spur zu der Person, die Melissa S. aus der Südstadt am Wochenende erstochen hat. Der Mann, der in Kleefeld einen Bekannten mit dem Messer angriff, sitzt in Untersuchungshaft. Die Zahl der versuchten Tötungen steigt in Hannover.

HANNOVER. Der tragische Tod von Melissa S. in der Südstadt – er gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Gestern bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge: Es gibt weiterhin keine Hinweise auf einen möglichen Täter. Die 27-Jährige ist am Sonnabend in der Südstadt erstochen worden. Klinge: „Es war eine erhebliche Gewalteinwirkung auf den Oberkörper.“ Nach NP-Informationen hatte die junge Frau mindestens 16 Einstichwunden.

Dass es sich um einen Raubversuch handelt, der eskaliert ist, ist unwahrscheinlich. Es gebe keine Anzeichen, dass Melissa S. irgendwas gestohlen worden sei. Derzeit arbeite die Staatsanwaltschaft mit der Üstra zusammen, um zum Beispiel Videoaufzeichnungen aus den Stationen zu bekommen – S. war zuvor Bahn gefahren.

Trauernde haben am Tatort an der Adelheidstraße Blumen abgestellt, zu finden war gestern auch das Flugblatt einer Gemeinschaft für verfolgte Christen. Einen Zusammenhang mit dem Verbrechen können die Ermittler dazu nicht herleiten – Klinge sei bisher nicht bekannt, dass die Frau zum Beispiel in einer Sekte involviert war oder ähnliches.

Aus taktischen Gründen hält sich die Staatsanwaltschaft mit Details, etwa zu dem genutzten Messer, zurück. Wie berichtet werde derzeit intensiv das persönliche Umfeld der Toten durchleuchtet.

Klarer ist die Lage bei dem Tötungsdelikt in Kleefeld, bei dem ein 23-Jähriger am Dienstagabend offenbar von einem Bekannten (25) niedergestochen wurde. Der Verdächtige hat die Nacht in Polizeigewahrsam verbracht und sitzt nun in Untersuchungshaft. Zu dem Motiv kann Staatsanwalt Klinge keine Angaben machen.

Das Messer ist eine populäre Waffe bei Angriffen – in Hannover hatten die Behörden auch 2017 bereits mit einigen Auseinandersetzungen, bei denen mindestens ein Beteiligter eine Stichwaffe nutzte, zu tun. Grundsätzlich bereitet die Entwicklung bei den Gewaltverbrechen der Polizei Hannover Sorge, hatte Präsident Volker Kluwe bei der Vorstellung der Kriminalstatistik vor wenigen Wochen berichtet. „Wenn die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung immer weiter steigt, ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte er. Waren 2015 noch 38 versuchte und vollendete Tötungsdelikte aufgeführt, waren es 2016 bereits 58.

Dieses Phänomen lässt sich laut Behördensprecher Philipp Hasse zumindest teilweise erklären. Die Staatsanwaltschaft habe seit einiger Zeit eine Abteilung für Kapitalverbrechen und einhergehend damit eine neue strafrechtliche Bewertung dieser. Ein Anstieg bei den Versuchsdelikten sei auch damit zu erklären.

Die Delikte müssten für eine umfassende Aussage über die Veränderung des Gewaltaufkommens in Hannover letztlich im Einzelfall betrachtet werden - „Eine Untersuchung zur Steigerung bei den versuchten sowie vollendeten Tötungsdelikten liegt der Polizeidirektion Hannover jedoch nicht abschließend vor.“

Von Sebastian Scherer

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