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Freunde von Özgür T. hängten
ein Foto von ihm am Tatort auf.

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Freunde von Özgür T. hängten
ein Foto von ihm am Tatort auf.© Foto privat

Hannover-Linden

Messerattacke auf Gastwirt war Notwehr

3 Messerattacke auf Lindener Gastwirt (33) rechtlich ohne Folgen3 Staatsanwaltschaft stellt Totschlagsverfahren gegen Täter (33) ein

Hannover. Von Britta Mahrholz

Hannover. Die tödlichen Messerstiche von Linden bleiben juristisch ohne Folgen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren wegen Totschlags gegen Täter Oguz C. (33) eingestellt. Er hatte am Abend des 10. Februar viermal auf den gleichaltrigen Lindener Gastwirt Özgür T. eingestochen, nachdem dieser mit einer Gruppe von Männern seine Wohnung an der Stärkestraße/Ecke Limmerstraße gestürmt hatte (NP berichtete). Die Anklagebehörde kam nun zu dem Schluss, dass C. in Notwehr gehandelt habe. Und deshalb wird dem 33-Jährigen nicht der Prozess gemacht. Die Eltern des Toten sind entsetzt. Ihre Anwälte, Antje Heister und Mustafa Akbulut, kündigten gestern gegenüber der NP Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle an.

Wie Bassam A. (40) im Fall des Todesschusses von Anderten in dieser Woche (siehe Bericht rechts) berief sich auch C. auf Notwehr. Zu Recht, wie die Staatsanwaltschaft nun meint. Der 33-Jährige befand sich am 10. Februar zu Hause, als T. mit mehreren Männern seine Wohnung stürmte. Grund für den Überfall des späteren Opfers, das offenbar der Rädelsführer war, soll ein Streit um Drogen gewesen sein.

Der Wohnungsinhaber stach mit einem Küchenmesser auf T. ein. Und zwar viermal. Tödlich war ein Stich in den Bauch des 33-Jährigen. Allerdings rammte C. dem Gastronomen das Messer auch in den Rücken. Und da hört für Antje Heister, die die Mutter des Getöteten als Mandantin hat, die Selbstverteidigung auf: „Ich bin empört, dass die Staatsanwaltschaft einen Stich in den Rücken durch das Notwehrrecht gedeckt sieht.“

Das spätere Opfer dringt in eine Wohnung ein, hat mehrere Begleiter dabei, und es ging möglicherweise um Drogen - der Fall sei sicherlich speziell, meint Heister. Das Verfahren allerdings ohne Prozess einzustellen, findet sie „problematisch“. Bei einer Verhandlung hätten alle Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit gehabt, durch Vernehmung von Zeugen mehr Klarheit über das Geschehen zu bekommen. „Dadurch wird der Tote zwar nicht mehr lebendig, eine Einstellung kann ich aber dennoch nicht nachvollziehen“, so die Juristin.

Anwalt Akbulut, der den Vater von T. vertritt, kann die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht akzeptieren. „Ich habe ergänzende Akteneinsicht beantragt“, sagt er. Vor der Beschwerde muss er aber die Wende in dem Fall noch mit dem Vater, der in der Türkei lebt, besprechen.


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