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Meine Stadt Messerangriff: Erst Haft, dann Abschiebung
Hannover Meine Stadt Messerangriff: Erst Haft, dann Abschiebung
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00:15 09.06.2016
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Hannover

Raphael P. (33) wirkt ein wenig ungläubig. Der Dolmetscher übersetzt ihm gerade, dass er für lange Zeit ins Gefängnis gehen muss. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat den Angeklagten zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Flüchtling am 17. Januar 2016 seinen Zimmergenossen (32) das Leben nehmen wollte. „Wer mit einem solchen Messer in den Rücken sticht, der wollte töten“, so der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch.

Zwölf Zentimeter tief drang die Klinge in den Körper des Kontrahenten ein; ein versuchter Totschlag. Hinzu kam, dass Raphael P. weiter zustechen wollte. Während des Kampfes sagte er: „Ich will diesen Mann töten.“ Als sich das Opfer befreien und fliehen konnte, verfolgte P. den Mann durch die Flüchtlingsunterkunft in Godshorn (Langenhagen). Dabei besorgte er sich ein zweites Messer und eine Flasche, um seine schreckliche Tat zu vollenden. Zuvor hatte das Opfer dem Angreifer die Tatwaffe entwendet.

Das Motiv für die Auseinandersetzung blieb unklar: Der 32-Jährige Afrikaner traf den Angeklagten mit einer Frau im gemeinsamen Zimmer an. Dummerweise war es die Freundin des Opfers. Der 32-Jährige forderte die beiden auf, sich von seinem Bett zu erheben, weil er schlafen wolle. Daraufhin habe der Angeklagte den Zimmergenossen angegriffen. „Von Ihnen ging die Aggression aus“, meinte der Richter zu P. Der Angeklagte hatte sich auf Notwehr berufen, weil er angegriffen worden sei.

Das Gericht folgte bei der Höhe der Strafe Staatsanwältin Claudia Becker-Kunze. Auf versuchten Totschlag steht eine Strafe von zwei bis elf Jahren und drei Monaten Gefängnis. Raphael P. wird noch rund zweieinhalb Jahre in deutscher Haft sitzen. Dann erfolgt die Abschiebung.

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