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Meine Stadt Messe: von Fritsch geht – Köckler übernimmt
Hannover Meine Stadt Messe: von Fritsch geht – Köckler übernimmt
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18:00 12.06.2017
KRÄFTEMESSEN: Wolfram von Fritsch (rechts) wird von Jochen Köckler abgelöst. Quelle: Rainer_Droese
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Hannover

Messe-Chef Wolfram von Fritsch bleiben nur wenige Tage, seinen Schreibtisch zu räumen. Der Manager, der fast zehn Jahre lang für die Deutsche Messe AG arbeitete, wird das Unternehmen verlassen. Zum 30. Juni übergibt er seine Aufgaben an Jochen Köckler, seit 2012 Vorstand und bislang verantwortlich für die Hannover Messe. Das hat gestern der Aufsichtsrat beschlossen.

Bei der Sitzung sei es um „turnusmäßige Vertragsverlängerungen“ gegangen, sagte Wirtschaftsminister und Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Lies. Der „Blick auf den nationalen Vergleich“ habe gezeigt, dass vergleichbare Messen mit drei Managern an der Spitze gute Arbeit leisteten. Der Vorstand würde auch in Hannover jetzt auf drei verschlankt – wie bis zum Juli 2008.

Zum Abschied von Lies viel lobende Worte über von Fritsch: „Er hat die Leitung der Deutschen Messe in einer schwierigen Phase übernommen, mutige, nicht immer populäre Entscheidungen getroffen und das Unternehmen so zurück auf die Erfolgsspur geführt.“ Dass die Messe ein „Juwel“ sei, durfte der Mann, den die Anteilseigner Land und Stadt der DB Regio AG, Regionalleitung Nord abgeworben hatten, gerade noch auf einer Dienstreise darstellen. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel war der Messe-Chef bis zum Tage vor der Aufsichtsratssitzung in Mexiko gewesen.

Wahrscheinlich hat sich von Fritsch nichts anmerken lassen von seinem Wissen übers Rumoren und personelle Veränderungen. Dabei hat es seit Langen, das Verhältnis zum Betriebsrat sei „zerrüttet“. Rechtskosten in hoher sechsstelliger Größenordnung sind für Verhandlungen beim Arbeitsgericht aufgelaufen.

Da auf Erfolge hinzuweisen wie auf 43 Prozent mehr Umsatz seit 2010 (zuletzt 302,3 Millionen Euro), ein 87 Prozent besseres Jahresergebnis (erwartete 9,5 Millionen Euro minus in 2016), den für diesen Jahr mit 353 Millionen Euro angepeilten höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte und der Aussicht auf den ersten Gewinn seit dem Expo-Jahr in 2018, reicht bei dieser gemengelange dann doch nicht aus. Viele Mitglieder des Aufsichtsrates war bewusst, dass von Fritsch in der eigenen Belegschaft wenig Zustimmung findet. Dirk Schulze, 1. Bevollmächtigter der IG Metall und Mitglied des Kontrollgremiums, wertet die Wahl Köcklers als Neuanfang. Er sehe „die Chance, auf Mitarbeiter zuzugehen und für besseres Klima im Betrieb zu sorgen“.

„Ich hatte den Auftrag, das Unternehmen zu sanieren“, sagte von Fritsch im Anschluss an die turbulente Sitzung. Er sei zufrieden, dass er diesen Auftrag erledigt habe. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man seinen Job gemacht hat“. Im Übrigen habe er den Kollegen Köckler für die Deutsche Messe geworben. Mit Andreas Gruchow und Oliver Frese (deren 2018 auslaufende Verträge fünf Jahre verlängert worden sind) habe die Messe eine gute Mannschaft.

Zum Abschluss der übliche Händedruck – samt Dominanzverhalten. Noch-Chef von Fritsch legte Köckler die Hand auf die Schulter. Doch das währte nur kurz und endete mit Gleichstand. Beide schüttelte sich die rechte Hand und legten die linke auf den Oberarm des anderen.

Von Vera König

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